Warum ich kein Klitschko-Fan bin …

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Boxen ist ein Sport, der bisweilen an alte Gladiatorenkämpfe erinnert. Die wichtigen Schwergewichts-Kämpfe sind immer gigantische Veranstaltungen, die oft in mehr als hundert Länder übertragen werden. Zuletzt boxte Wladimir Klitschko gegen David Haye. Der Mann war wirklich sehr schnell und es hat Spaß gemacht, beim Kampf zuzusehen. Er ist Risiken eingegangen und er hat provoziert. Doch das Boxen der Klitschkos mag ich nach wie vor nicht.

Die Klitschkos boxen immer auf Sicherheit. Das sieht aus und funktioniert, wie damals bei Henry Maske. Dessen Stil mochte ich auch nicht. Technisch einwandfrei und immer mit derselben Strategie und (deswegen) total langweilig. Es ist, als wenn ich jeden Tag Nudeln mit Tomatensoße essen müsste. Da ist Können, aber kein Pep – nichts, was mich mitreißt. Da kommen immer die gleichen Sachen. Immer mit der Führhand auf Distanz halten und bei Gelegenheit mit der Rechten nachschlagen. Total öde. Die Klitschkos mögen vor einem Kampf nicht mal verbal “auf den Putz” hauen. Da höre ich immer nur so Sachen wie „das wird sich im Ring entscheiden“. Gähn!

Schauen wir mal zurück zu einem Muhammad Ali – der hat die Massen fasziniert und begeistert. Der hat jede Menge Frechheiten über seine Gegner abgelassen und im Ring auch noch Taten folgen lassen. Es war irre spannend den Kämpfen zuzusehen. Da stimmte alles. Die Technik, der Humor, die „freche Schnauze“. Es war einfach mitreißend und begeisternd. Das vermisse ich heute.

Boxer – finde ich – müssen polarisieren und faszinieren. Sie müssen nicht sympathisch sein, aber Ecken und Kanten haben. Langweilige Boxer sind wie Pommes ohne Salz.

Jörn Daberkow

Autor: Joern

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetischen Codes und keine freie Entscheidung.

4 Kommentare

  1. Du hast da ein entscheidendes Detail vergessen, wie ich finde – Milchschnitte.

    Ein Boxer muss für mich, auch wenn ich dem Sport nicht viel abgewinnen kann – eine gewisse Persönlichkeit, einen gewissen Ruf haben. Wann immer er in der Öffentlichkeit steht – das Privatleben zählt natürlich nicht – muss das ein aggressiver Kerl sein. Von mir aus sollen sie jeden Tag Hello Kitty-Kekse essen, Bibi Blocksberg hören und in Jubelgeschrei ausbrechen, wenn sie Justin Bieber sehen. Aber ein Boxer, der Werbung für Milchschnitte macht? Au backe.

    Das hat für mich ähnliche Qualitäten, als wenn ein Henker für Nagellack, ein Topmodel für kik oder ein linksradikaler Punk für die NPD wirbt …

  2. Deshalb fand ich damals Mike Tyson sehr interessant … der Kerl war wie ein Tier, schon grenzwertig. Egal, es gibt “Schlimmmere” als die Klitschkos. Felix Sturm z. B., der Mann, der niemals k.o. schlägt und dennoch warten alle darauf … der kann nur seinen gestählten Body präsentieren … forciertes Boxen lernt der nie.

  3. Schau dir halt den Marco Huck an, bei dem ist eigentlich immer ein wenig Action garantiert. Er kommt übrigens aus der gleichen Stadt, in der ich lebe.

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