joern_kunst

Voll anachronistisch ey!

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Das war vielleicht ein Gefühl! Eben sitze ich so beim Zahnarzt im Wartezimmer (mein halbjährlicher Kontrolltermin) und da “guckt” mich so ganz schüchtern eine Zeitung an – ich meine so’n Teil aus Papier … Ich dachte: Hey, was guckt die so!? Und in einem Anfall von Nostalgie und Mitleid hab’ ich mir das Dingens mal gegriffen …

Absolut cooles Feeling, so echtes Zeitungspapier in den Händen zu halten! Das hat so eine dünne, rauhe Konsistenz, die eine gewisse Griffigkeit vermittelt – ganz anders, als meine Computermaus, die nur so über meinen kleinen Kieferntisch flutscht, jede Rille in der Holzoberfläche kennt und nur darauf wartet, dass ich zielgenau den nächsten Link anspringe.

Da ich das Hamburger Abendblatt in den Händen hielt, hatte ich mördermäßig große Seiten umzublättern und meine Koordination wurde bis zum Anschlag gefordert. Ich wollte die Zeitung ja auch heil und “unzerknidderd” zurückgeben, damit auch andere Nostalgiker noch etwas davon haben.

Witzige Entdeckung meinerseits – auch wenn all diese Nachrichten schon von gestern waren und das Internet eine ungleich höhere Aktualität bietet – mir hat es richtig Spaß gemacht, auf echtem Papier zu lesen und die Meldungen des Tages auf herkömmliche Weise zu konsumieren (oder heißt es “verbrauchen”, weil wir doch alle Verbraucher sind?).

Die “Wertigkeit” der Nachrichten in der Zeitung ist irgendwie eine ganz andere. Da gilt noch der Spruch vom “Schwarz auf Weiß”! Das ist gedruckt und kann nicht mal so eben schnell wieder von einer Webseite genommen werden. Ich muss zugeben, dass mich mein Zeitungserlebnis beeindruckt hat!

Werde ich’s noch mal tun?

Ja, beim nächsten Zahnarztbesuch.

Autor: Joern

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetischen Codes und keine freie Entscheidung.

2 Kommentare

  1. aus speziellem Wunsch …

    “Das hat so eine dünne, rauhe Konsistenz, die eine gewisse Griffigkeit vermittelt”
    Vorsicht Druckerschwärze! Händewaschen nicht vergessen!Do you remember !

    “ganz anders, als meine Computermaus, die nur so über meinen kleinen Kieferntisch flutscht, jede Rille in der Holzoberfläche kennt”
    Die arme Maus, kennt kein Mauspad!

    “meine Koordination wurde bis zum Anschlag gefordert.”
    Nennt sich Frühsport, hilft aber leider nicht gegen Wadenkrämpfe!

    “Werde ich’s noch mal tun?
    Ja, beim nächsten Zahnarztbesuch.”
    Wie? schon morgen? *Da geht jemand gerne zum Zahnarzt!*

  2. Hi Sabina,

    ja, das mit der Druckerschwärze macht das Ganze noch nostalgischer. Ich bin es gar nicht mehr gewohnt, dass Buchstaben auch gedruckt werden und dann da fest stehen – Ich bin es eher gewohnt, dass ich die jederzeit hin und her schubbsen kann – auch dann, wenn die ggf. aus der Zwischenablage kommen.

    Ich trauere den alten Zeiten nicht nach, nicht diesen.

    Jörn

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