ray_lustig

Verrückte bewegen die Welt

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Man könnte schon neidisch werden … Es gibt Menschen, die kann man irgendwo hinstellen und die funktionieren einfach. Die machen von Natur aus fast alles richtig, können gut rechnen und wissen so ganz genau, ob etwas funktionieren kann, oder nicht. Ich kenne einige dieses Typs und glaub‘s mir, „so jemand“ kann sich fast überall behaupten.

Aber da ist noch eine andere Sorte Mensch … „schräge Vögel“, die oft allein nicht lebensfähig sind und den ganzen Tag in einer Traumwelt mit vielen verrückten Ideen leben. Sie fallen häufig durch seltsames Verhalten auf und bei den meisten ihren Mitmenschen erzeugen sie bestenfalls Stirnrunzeln, offene Fragen und Ratlosigkeit.

Manche dieser „Verrückten“ haben das Glück, zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein. Dann schaffen sie es, eine ihrer Ideen zu verwirklichen – oft gegen den Rat ihrer vernünftigen Mitmenschen. Letztere wären wegen ihres Realitätssinnes eh’ nie auf solche Einfälle gekommen und sie sind bisweilen erstaunt, wie gut das Ganze dann im wirklichen Leben funktioniert.

Manchmal können sogar wahrhaft gigantische Dinge dabei herauskommen – wie z.B. Apple, Google, oder Yahoo! Ich vermute zumindest, dass diese Firmen von Leuten gegründet wurden, die sich eben nicht um ein mögliches Scheitern gekümmert haben, die nicht darüber nachdachten, wie realistisch ihre Idee ist. Wenn dann ab einem bestimmten Punkt jemand dazukommt, der rechnen kann, ohne den „Verrückten“ all zu sehr auszubremsen, wird alles gut.

Allerdings gibt es auch Beispiele von funktionierenden Firmen, die von eher realistischen Typen aufgebaut wurden. Deren Geschäft funktioniert dann meist durch Nachahmung oder dem Aufkaufen guter Ideen. Microsoft scheint mir zu dieser Sorte zu gehören … Microsoft zeichnet sich in meinem Erleben dadurch aus, dass sie immer aus der zweiten oder dritten Reihe gestartet sind – immer einem Trend gefolgt sind, den andere gesetzt haben. So lange ein derartiges Unternehmen auf realistische Menschen setzt, wird sich daran nichts ändern – und gerade bei den Jungs und Mädels aus Redmond scheint genau dieser Typ das Sagen zu haben. Kein Wunder also, dass sie erst unmerklich, dann aber umso deutlicher von Google überholt wurden. Kein Wunder auch, dass sie wieder einmal eine Firma Firma aufkaufen müssen, um Anschluss an eine schon erfolgreiche Idee zu finden. Microsoft ist nicht halb so cool wie Apple und der Unterschied zwischen Mac OS Leopard und Windows Vista zeigt deutlich, wie verschieden diese beiden Firmen denken.

Dass eine Firma wie Yahoo! mit einer eher „verrückten“ Unternehmenskultur, von einer (drohenden) Übernahme durch Microsoft nicht sonderlich angetan ist, überrascht mich kein bisschen. Am Ende würde auch nichts mehr von der Firmenidentität und all den Idee übrig bleiben, bzw. es würde sich nichts mehr entwickeln. Nur das schon Aufgebaute würde genutzt werden …

Ich hätte da einen Rat an Microsoft (oh Gott, wie vermessen ich schon wieder bin): kauft nicht Ideen, kauft „Verrückte“! Nur „verrückte“ Mitarbeiter bringen euch weiter. Einzig dieser schräge Typ Mensch kommt auf neue Gedanken, also coole Ideen, auf die sonst niemand kommt (schon gar nicht Realisten). Setzt die irgendwo hin – am Besten weitab von eurem Hauptquartier, lasst sie rumhängen und behelligt sie nicht mit eurem Realitätssinn. Realität ist gut, aber sie kann erst der zweite Schritt sein. Wenn ihr diese schrägen Typen auch noch gut bezahlt (Existenzängste bremsen gute Ideen bisweilen sehr aus), kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Vielleicht könnt ihr euch dann in einigen Jahren einen neuen Spruch auf die virtuelle Fahne schreiben, den ich jetzt bei euch noch unpassend finde: Der erste Schritt zum Erfolg ist immer eine gute Idee.

In diesem Sinne: Viel Glück!

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Autor: joern

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetischen Codes und keine freie Entscheidung.

3 Kommentare

  1. Wie schon immer gesagt: ” Erfolg ist die Konsequenz des Handelns!” Darüber lässt sich einfach nicht streiten!

  2. Vielleicht sollte man noch anfügen, daß es auch nur “einfache Verrückte” gibt, bei denen das Verrücktsein nichts mit Genialität zu tun hat. Ich würde sogar wagen zu behaupten, daß das sehr häufig vorkommt bzw. möglicherweise sogar bei der überwiegenden Zahl der “Verrückten” der Fall ist.

    Ich denke was Microsoft in dieser Hinsicht fehlt ist die Möglichkeit, die zwei Typen verläßlich zu unterscheiden… :-)

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