Die K-5 ist das aktuelle APS-C-Flaggschiff von Pentax. Während das Gehäuse im Vergleich zur K-7 kaum verändert wurde, hat man sich beim Innenleben deutlich weniger zurückgehalten. Das trifft vor allem auf den neuen, nun 16,3 Megapixel (4928 x 3264 Pixel) auflösenden Sensor zu, der nicht mehr von Samsung, sondern von Sony geliefert wird. Neben dem neuen Sensor ist die Serienbildgeschwindigkeit von 7 Fotos in der Sekunde ein weiteres Merkmal der K-5. Auf dem Papier sieht das alles recht gut aus. Wie es um die praktischen Qualitäten der K-5 bestellt ist, soll der folgende Test klären.

Gehäuse
Nimmt man den gegen Spritzwasser geschützten K-5-Body erstmals in die Hand, stellt sich sofort ein Gefühl von Solidität ein. Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet und dort, wo man es festhält, mit einer rutschfesten, aber nicht klebrigen Gummibeschichtung überzogen. Das Gewicht beträgt ohne Akku 670 Gramm. Der Griff ist zumindest für kleine Hände angenehm geformt. Der Mittelfinger findet in einer Mulde Platz und der Zeigefinger liegt automatisch auf dem Hauptschalter (zum Ein- / Ausschalten / Auslösen).
Hinter dem Hauptschalter wurden eigene Taster für den ISO-Wert und für die Belichtungskorrektur platziert. Beide Funktionen lassen sich auch dann bequem bedienen, wenn man durch den Sucher schaut, da die Werte auch dort angezeigt werden. Rechts oben befindet sich ein LCD-Feld, über das sich unter anderem die Belichtungszeit, die Blende, die Restanzahl möglicher Bilder und der Ladezustand des Akkus einstellen, bzw. kontrollieren lässt.
3-Zoll Displays sind inzwischen Standard. Hier wurde es fest ins Gehäuse integriert. Laut Pentax beträgt die Auflösung 921.000 Pixel. Zudem soll es über eine „spezielle Vergütung“ gegen Kratzer geschützt sein.
Sucher
Der Sucher deckt 100 % des späteren Bildes ab und bietet eine 0,92-fache Vergrößerung. Mit einer Vollformatkamera hält er nicht mit, aber in der APS-C-Klasse, gehört dieser Sucher mit Sicherheit zu den besten.
Im unteren Bereich des Suchers werden alle wichtigen Werte gut sichtbar eingeblendet. Es wird sogar angezeigt, ob man im RAW- oder JPEG-Modus arbeitet.
Verwacklungsschutz
Die Pentax K-5 bietet (wie z. B. auch Sony und Olympus) einen im Gehäuse integrierten Schutz gegen Verwacklungen. Davon profitieren alle angeschlossenen Objektive. Der Nachteil: Das Sucherbild wird nicht stabilisiert. Wer ein stabilisiertes Sucherbild haben möchte, kauft Objektive mit integriertem Verwacklungsschutz und schaltet die kamerainterne Funktion ab.
Menü
Die Menüs sind übersichtlich in 4 Bereiche unterteilt.
- Aufnahmemodus
- Wiedergabe
- Einstellungen
- Eigene Einstellungen
Navigiert wird entweder über den Vierwegeregler, oder über das vordere / hintere Einstellrad. Mit dem vorderen Einstellrad erreicht man die 4 Hauptbereiche, mit dem hinteren Einstellrad scrollt man auch durch die Unterpunkte der 4 Hauptbereiche.
Auf der linken Oberseite des Gehäuses hat Pentax ein Betriebsarten-Wählrad platziert. Hier lassen sich z. B. das Hyper-Programm, eine Empfindlichkeits-, oder eine Zeitvorwahl einstellen. Links darunter, also direkt an der Seite, befindet sich der AF-Funktionsschalter. Mit diesem Schalter kann man die Kamera in den Autofokus-Modus für Einzelbilder oder für Serienbilder bringen. Wählt man die Serienbildstellung AF.C, „heftet“ sich der Autofokus an bewegte Motive und sorgt dafür, dass ein sich bewegendes Objekt scharf gestellt bleibt. Die dritte Stellung bringt die Kamera in den manuellen Modus.
Empfindlichkeit
Der neue Sensor bietet einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis ISO 12.800. Sollte das nicht genügen, lässt sich die Empfindlichkeitsspanne von ISO 80 bis hin zu schwindelerregenden ISO 51.200 erweitern.
Für jeweils 3 Empfindlichkeitsstufen lässt sich die Intensität der Rauschunterdrückung getrennt einstellen. Beispiel: Für ISO 100, 125 und 160 stellt man die Rauschunterdrückung auf Off. Für ISO 200, 250 und 320 ebenfalls. Erst bei ISO 800, 1000 und 1250 stellt man die Rauschunterdrückung auf einen Balken (3 sind möglich).
Selbstredend bietet die Kamera noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten. Sogar HD-Video ist möglich, uns soll hier jedoch lediglich die erzielbare Bildqualität im RAW-Modus interessieren. Um diese zu beurteilen, habe ich einmal das Kitobjektiv verwendet (18-55mm).
Das Kitobjektiv (Stangenantrieb) ist für ein Glas dieser Preisklasse exzellent und sollte auf jeden Fall mitgekauft werden. Auch bei 18mm treten keine sichtbaren Vignetierungen auf. Tonnenförmige, geometrischen Verzerrungen sind bei 18-24mm sichtbar …

… verschwinden aber vollständig ab 35mm.

Kissenartige Verzerrungen (55mm) konnte ich nicht ausmachen.

Bildqualität
Farben werden sehr natürlich wiedergegeben. In der anschließenden Bildoptimierung (bei mir Aperture 3) hat man noch genug Spielraum, um Fotos an den persönlichen Geschmack anzupassen. Rauschen wird erst ab sehr hohen ISO-Werten störend. Bis ISO 3200, ja sogar bis ISO 6400 und darüber hinaus wirkt es eher wie eine sehr feine Körnung auf einem analogen Film.
Wer gern RAW-Dateien unter die Lupe nehmen möchte, findet hier das Paket mit 4 Beispielbildern zum Download (knapp 100 MB!).
Meine Meinung
Der Body ist mir etwas zu klein, um absolut perfekt in der Hand zu liegen. Der AF-Funktionsschalter rastet nicht präzise genug in die möglichen Positionen ein. Das Betriebsarten-Wählrad ist per Druckknopf zu entsperren, bevor man eine andere Position wählen kann. Das funktioniert, fühlt sich aber etwas hakelig an. Mir hätte ein Betriebsarten-Wählrad ohne Verrieglungsknopf besser gefallen.
Die K-5 wirkt trotz ihres vergleichsweise zierlichen Formfaktors solide. Die Menüs sind nach kurzer Eingewöhnung einfach zu bedienen. Der Serienbild-Modus mit 7 Fotos in der Sekunde ist beeindruckend und sollte in Sachen Sport- oder Tierfotografie viele gute Aufnahmen möglich machen. Schön ist auch, dass sich viele Tasten und die Einstellräder frei mit Funktionen belegen lassen. Gut gefällt mir außerdem, wie leise man mit der K-5 fotografieren kann. Der Spiegelschlag ist kaum zu hören. Sogar meine kleine Olympus E-P1 ist da lauter. Sehr schön ist die Individualisierbarkeit der Rauschunterdrückung, bei der man frei entscheiden kann, ab welchem ISO-Wert die Rauschreduktion in welcher Stärke einsetzt.
Jörn Daberkow
Preis
- 1.189 Euro


8. März 2011 um 11:46 Uhr
Ich konnte die RAWs weder in Vorschau, Photoshop CS3 noch Aperture 3 öffnen …
8. März 2011 um 11:47 Uhr
Dann muss dir ein Update fehlen. Ich kann die RAWs in Aperture öffnen und bearbeiten …
8. März 2011 um 13:04 Uhr
Ja, hab gerade gesehen, dass ein RAW-Update fehlt. Installiert … Jetzt geht es.