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Test: Olympus E-3

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Das Topmodel der Firma Olympus, die E-3, ist mit dem so genannten Four Thirds-Sensor ausgestattet, der 10MP Auflösung bietet. Das Four Thirds-System wurde maßgeblich von Olympus initiiert. Durch den kleineren Sensor wird der Bau von kompakteren Kameras und Objektiven ermöglicht. Allerdings ist dieser kleinere Sensor auch immer wieder ein Anlass dafür, an der gebotenen Bildqualität zu zweifeln. Gleichzeitig ist natürlich unbestreitbar, dass das System von vornherein schon besser aufeinander abgestimmt werden konnte, denn es kommen an einer Four Thirds-Kamera nur speziell für diesen Sensor konstruierte Objektive zum Einsatz.

Da Jörn und ich immer wieder darüber diskutieren, ob der Nachteil des kleineren Sensors wohl durch diese bessere Abstimmung aufgewogen werden kann, haben wir beschlossen, dass ich das Teil mal ausprobieren sollte, um herauszufinden, ob wir einen Unterschied sehen. Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um technische Messwerte, sondern in der Hauptsache um das, was am Ende zu sehen ist. Nebenbei interessierte es mich natürlich, wie es sich mit der „Profi-Oly“ arbeiten lässt …

Äußerlichkeiten

Als der Paketdienst morgens um 8:00 Uhr an meiner Tür klingelte, war ich schon ein wenig erstaunt, dass das Paket mit der Olympus E-3 so groß war, sollte doch das von Olympus entwickelte 4/3-System so überaus kompakte Kameras ermöglichen … Beim Auspacken stellte ich dann erfreut fest, dass die Firma unitied communications GmbH in Berlin mir nicht nur das 12-60er, sondern auch noch ein 50-200 dazu eingepackt hatte. Der nächste Blick galt dann der E-3 und es war sofort klar, dass diese Kamera wirklich nicht besonders klein ist. Man hat da richtig schön was in der Hand.

Olympus E-3 mit Batteriegriff (nicht im Lieferumfang)

Das Gehäuse ist in etwa vom gleichen Kaliber, wie meine geliebte Minolta D7D – und auch das Gewicht ist nahezu identisch. Ich persönlich mag ohnehin eher die etwas schwereren Gehäuse, und die Olympus gehört ab sofort dazu, denn sie liegt ausgezeichnet in der Hand, alle Finger finden automatisch die ihnen zugedachten Bedienelemente, alles wirkt absolut stabil, es knarzt nichts – auch wenn man etwas fester zupackt.

Ein Blick durch den Sucher bringt die nächste Überraschung: nein, ein 4/3-Sucher ist nicht klein und dunkel! Ich habe abwechselnd durch den bekanntermaßen guten Minolta-Sucher und den der E-3 geblickt, und ich konnte keinen Unterschied feststellen. Der Sucher der Olympus zeigt 100 Prozent, bietet eine 1,15-fache Vergrößerung und braucht garantiert keinen vergleich zu scheuen.

Also:

  • das Teil liegt klasse in der Hand
  • fühlt sich nach einem richtigen Arbeitsgerät an und
  • hat einen sehr guten Sucher

Bedienung bitte …

Meine Spannung stieg, nur leider musste erst einmal der Akku geladen werden. Als ich dann später die ersten Probeaufnahmen machte, setzte sich der gute Eindruck fort, denn das Ansetzen der Objektive erfolgt genauso satt und passgenau, wie man das von einer Spitzenkamera erwartet.

Die Bedienelemente rasten sauber und exakt ein und auch das Auslösegeräusch empfand ich als sehr zurückhaltend und angenehm. Die Olympus löst jedenfalls deutlich sanfter und leiser aus, als meine D7D.

Der Autofokus ist wirklich superschnell und noch dazu leise und treffsicher. Während der zwei Wochen, die ich die Kamera ausprobieren konnte, gab es keine Situation, in der er lange suchen musste, bis die Schärfe gefunden war.

E-3 und D7D

Objektiv gesehen …

Zu den Vorteilen der Linsen sei erst einmal auf die wirklich kompakte und sehr solide Bauweise hingewiesen. Immerhin decken diese zwei Objektive einen Brennweitenbereich von 24 bis 400 mm ab (bezogen auf auf das Kleinbild-Format) – und das auch noch in einer ordentlichen Lichtstärke. Auch die Naheinstellgrenze, insbesondere des Telezoom, ist mit 1,2 m schon “ganz nett”, besonders, wenn man bedenkt, dass man eine Optik in den Händen hat, die einem 400 mm-Objektiv entspricht. Mit der von mir ausprobierten Ausrüstung wäre man schon einmal für die allermeisten Aufgaben gerüstet.

Mit der E-3 auf der Pirsch …

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Möglichkeit, wirklich jederzeit manuel in die automatische Fokussierung einzugreifen, ohne vorher irgendeinen Knopf drücken oder einen Ring am Objektiv auskoppeln zu müssen. Das ist richtig klasse gemacht, zumal die manuelle Bedienung der Objektive auch noch Spaß macht, denn die Einstellringe laufen wirklich seidenweich.

Was mich anfangs noch irritiert hat ist die Tatsache, dass es keinen Anschlag bei der Nahgrenze und bei Unendlich gibt. Man spürt zwar einen ganz leichten Widerstand, aber die Entfernungseinstellringe lassen sich ohne weiteres über die beiden Punkte hinausdrehen. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig aber nicht wirklich ein Problem.

Die optische Qualität beider Gläser scheint mir sehr gut zu sein, wenngleich ich keine vergleichenden Aufnahmen und Messungen gemacht habe. Ich fand an den gemachten Bildern nichts zu bemängeln, was ich den Objektiven in die Schuhe hätte schieben können (außer einer leichten Vignettierung im Weitwinkelbereich des kurzen Objektives, die aber nicht stärker ausgeprägt scheint, als bei anderen Linsen diesen Typs).

Mit der E-3, dem 12-60er und dem 50-200er hat der Fotograf eine Ausrüstung in den Händen, mit der er fast alle Aufgaben in hervorragender Qualität erfüllen kann und das Ganze ist auch noch schön klein, denn in jedem anderen Kamerasystem müsste man dafür schon ein bisschen mehr mitschleppen.

Bitte nicht wackeln …

Apropos Schleppen: Natürlich gehört zum „anständigen“ Fotografieren ein Stativ dazu und die Dinger sind nunmal schwer und sperrig. Trotzdem sind sie sehr hilfreich und nützlich und ich werde den Teufel tun und behaupten, man könne auf das Stativ verzichten, wenn die Kamera einen eingebauten Bildstabilisator hat. Ein Stativ hilft letzten Endes nicht nur verwackelte Aufnahmen zu vermeiden, sondern es zwingt einen zu einer überlegten Bildgestaltung. Also: immer schön das Stativ mitschleppen! Aber falls es mal nicht dabei sein sollte – das Stativ – dann verhilft der in das Gehäuse der E-3 integrierte Verwacklungsschutz zu unverwackelten Aufnahmen. Die E-3 stellt dem Fotografen sogar zwei Modi zur Verfügung:

  1. Modus eins gleicht Wackler in vertikaler und horizontaler Richtung aus, während
  2. Modus zwei die horizontalen Bewegungen der Kamera unbeachtet lässt und dadurch auch mitgezogene und trotzdem stabilisierte Aufnahmen ermöglicht.

Nach meiner Erfahrung ist das System der Olympus genauso effektiv, wie das der Mitbewerber. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich konnte meist um die zwei, häufig auch drei Zeitstufen länger aus der freien Hand belichten, als mir dies ohne den „Wackelschutz“ möglich war. Mag sein, dass da noch mehr geht, immerhin spricht Olympus von bis zu fünf Lichtwertstufen, die kompensiert werden könnten, aber das probiere ich gar nicht erst aus, denn wenn’s mit der Belichtungszeit so eng wird, nehme ich doch lieber wieder das Stativ zu Hilfe.

Bilder sagen mehr als …

ISO 1600, Blende 4, 40mm

Die 100 Prozent-Ansicht

ISO 800, Blende 4, 40mm

Die 100 Prozent-Ansicht

ISO 400, Blende 4, 40mm

Die 100 Prozent-Ansicht

ISO 200, Blende 4, 40mm

Die 100 Prozent-Ansicht

ISO 100, Blende 4, 40mm

Die 100 Prozent-Ansicht

Anmerkung: Alle Fotos wurden im RAW-Format aufgenommen und ohne Rauschunterdrückung verarbeitet!

Noch ein paar Worte zum Display

Ich brauche so ein Klappdisplay nicht als Sucherersatz. Mir ist der Prismensucher einfach lieber und darum habe ich das Klappdisplay der E-3 auch nicht zur Bildgestaltung genutzt, sondern lediglich zur ersten Überprüfung der Fotos und zur Einstellung der Kamera – und da macht das Teil eine überaus gute Figur. Es bietet alle Informationen von den Aufnahmedaten über das Histogramm bis zur Über- bzw. Unterbelichtungswarnung.

Bei der Arbeit vom (niedrig gestellten) Stativ fand ich dann sogar die Möglichkeit das Display zu klappen recht komfortabel, da dies die Ablesbarkeit doch mitunter sehr erleichtert. Außerdem lässt es sich ohne aufgeklebte Schutzfolien schonen, indem man es einfach mit der Displayseite nach innen einklappt. Ich kann mir inzwischen sogar vorstellen, mich irgendwann einmal auch mit Bildkomposition und Fokussierung per Display anzufreunden, allerdings bräuchte ich dazu wohl mehr als zwei Wochen.

Abschließend

Der CMOS-Sensor der E-3 ist mit seinen 17.3 x 13.0 mm nur etwa halb so groß wie ein APS-C-Sensor. Da auf dieser kleineren Fläche die gleiche Zahl an Pixeln untergebracht ist, müssen diese zwangsläufig kleiner sein und/oder dichter gepackt werden. Beide Maßnahmen sollen das Bildrauschen erhöhen. Davon war bei der E-3 subjektiv nichts wahrzunehmen.

Möglicherweise lässt sich ein höheres Rauschen messtechnisch feststellen, aber rein bildmäßig konnte ich nichts dergleichen bemerken. Die Bilder, die ich mit der E-3 gemacht habe, rauschen nicht mehr und nicht weniger, als die unserer Vergleichskameras (Minolta D7D, Sony Alpha 100, Pentax K 110 D). Selbst Bilder mit ISO 1600 waren für mich durchaus noch OK, insbesondere, wenn ich an die analogen 1600 ISO-Filme denke … Mal ganz davon abgesehen, dass dieser Empfindlichkeitsbereich für mich ohnehin eher uninteressant ist. Mehr als ISO 400 habe ich in den letzen 20 Jahren so gut wie nie gebraucht.

Das gefällt mir nicht

Das Display ist zu klein. Es eignet sich sehr gut zur Bedienung der Kamera, jedoch weniger, um ein gerade gemachtes Foto zu beurteilen.

Das gefällt mir

Die Olympus E-3 lässt sich ausgesprochen gut bedienen, ohne dass man sie vom Auge nehmen muss. Alle wichtigen Parameter sind per Direktwahltaste erreichbar und die zu verändernden Werte werden in Sucher angezeigt. Dazu kommt, dass sich die Kamera nahezu grenzenlos individualisieren lässt. Man kann unter Anderem

  • die Funktionen der Einstellräder tauschen oder verändern
  • die Fn-Taste lässt sich frei mit einer gewählten Funktion belegen, und es ist hier gar nicht möglich, alle zur Verfügung stehenden Optionen anzusprechen
  • Die Olympus E-3 lässt sich z. B. so einstellen, dass Belichtungskorrekturen mit Daumen und Zeigefinger eingestellt werden können, während man durch den Sucher blickt
  • bei gewählter ISO-Automatik (die sich zudem auch begrenzen lässt) wird der von der Kamera gewählte Wert im Sucher angezeigt, so dass man bei der Olympus immer im Bilde über alle Einstellungen ist.

Und auch die Wahl der Autofokus-Messfelder ist wirklich vorbildlich gelöst: Ein Druck mit den rechten Daumen auf den gut positionierten Knopf und schon lässt sich je nach Wunsch, mit einem der beiden Wählräder, oder auch mit den hinteren Pfeiltasten das gewünschte Feld anwählen. Ich war jedenfalls immer wieder angenehm überrascht, wie gut und schnell es sich mit dem Teil arbeiten lässt!

Andreas

Preise

  • Olympus E-3: 1.200 Euro
  • 12-60 mm SWD: 999 Euro
  • 50-200 mm SWD: 1.098 Euro

Hersteller

Autor: Joern

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetischen Codes und keine freie Entscheidung.

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