Nach wie vor optimiere und verwalte ich meine Bilder mit Aperture, denn neben dem gelungenen Interface und der tiefen Systemintegration überzeugen vor allem die Bildergebnisse. Im Juni 2010 zog dann das erste Aperture-Plug-in bei mir ein: Silver Efex Pro. In meinem damaligen Test steht unter anderem: „Mit Silver Efex Pro lassen sich berückend schöne Schwarzweiß-Bilder erstellen.“ So gesehen habe ich nicht wirklich auf einen Nachfolger gewartet. Dieser Nachfolger erreichte mich dann trotzdem und ich war neugierig, welche Veränderungen Nik Software vorgenommen hat.
In diesem Artikel gehe ich nur auf die mir wichtigen Neuerungen ein. Wer sich für meinen ersten Silver Efex Pro-Test interessiert, findet am Ende des Artikels eine Liste mit weiterführenden Links.
Interface
Sobald man den Plug-ins ein Bild zur Bearbeitung übergibt, zeigen sich erste Unterschiede. Während Silver Efex Pro das zu öffnende Foto „aufkachelt“ …

… erscheint bei Silver Efex Pro 2 ein Ladebalken.

Ich setze einen iMac 24 Zoll mit 2,4 GHz., Core 2 Duo und 4 GB RAM ein. Beide Plug-in-Versionen scheinen dasselbe Foto halbwegs gleich schnell zu öffnen. Ich sage das deshalb, weil Silver Efex Pro 2 nun per Default auf die Rechenpower der Grafikkarte zugreift.

Bei meinem Computer ist dieser Effekt jedoch nicht zu spüren. Womöglich ist die Hardware einfach schon zu alt und wird gar nicht unterstützt. Dennoch ist die neue Version mit dem Ladebalken optisch eleganter. Schöner ist zudem, dass ein Foto in Silver Efex Pro 2 rund 8 % größer angezeigt wird, als in Version 1
Der Programmhintergrund links und rechts ist nun dunkler gehalten. Dadurch entsteht ein rundum zeitgemäß-moderner Look.
Silver Efex Pro 1

Silver Efex Pro 2

Die linke Seite
Während die alte Version nur alle Presets auf einmal, oder die persönlichen Favoriten anzeigen konnte, erscheinen in Version 2 gleich 5 kategorisierte Buttons.

Ein Klick bringt den Schwarzweiß-Fan sogleich in die gewünschte Rubrik. Den Bereich Favoriten füllt man selbst, indem man bei einem Preset, das einem besonders gut gefällt, auf das Sternchen klickt. Einfacher geht’s nicht.
Neu ist auch der Protokollbrowser, der ebenfalls im linken Bereich zu finden ist. Mit diesem ist es möglich, jederzeit zu einem bestimmten Bearbeitungsschritt zurückzukehren. Sehr gut!

Die rechte Seite
Auf der rechten Seite des Programms kann man – wie in Version 1 – die Helligkeit, den Kontrast und die Struktur anpassen. Doch da ist noch mehr …
Hier Version 1:

Version 2 bietet zusätzlich weitere Unterpunkte, mit denen man die einzelnen Bereiche wesentlich feinfühliger editieren kann:

Hier bietet die neue Version den in meinen Augen größten Mehrwert. Die hier gebotenen Möglichkeiten finde ich sehr gut gelungen.
Besonders neugierig war ich allerdings auf die selektive Farbkorrektur. Mit diesem Feature soll es möglich sein, per U-Points in frei definierbaren Bereichen die Farbe zurückzuholen. Damit werden die in alten Zeiten bekannt gewordenen Color-Key-Fotos möglich. Ob man diesen Effekt mag, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich wollte schlicht herausfinden, ob die Umsetzung wirklich so einfach ist, wie es das NIK-Software-Marketing verspricht. Kurz gesagt: es ist so einfach – wenn das Motiv sauber getrennte Farbbereiche bietet. Im anderen Fall wird es schwierig. Hier mal drei Bilder, mit denen sich der Color-Key-Effekt in kürzester Zeit realisieren ließ:



In diesem Foto …

… wollte ich die blauen Außenverkleidungen des Kraftwerkes wieder in Blau haben, doch wurde hier der annähernd gleichfarbige Himmel mit eingefärbt. Das ließ sich auch dann nicht umgehen, wenn man den Wirkungsbereich der U-Points entsprechend stark begrenzt hat.

Trotz dieser Einschränkung halte ich die selektive Farbkorrektur für eine sehr schöne Ergänzung von Silver Efex Pro 2. Ich muss sogar gestehen, dass ich definitiv wieder Lust habe, mal ein paar Color Key Fotos zu machen. Da werde ich bei den nächsten Shootings auf geeignete Motive achten.
Wie schon in der Einleitung gesagt, habe ich hier nicht alle Neuerungen besprochen. Unter anderem lassen sich in der neuen Version schwarze und weiße Bereiche verstärken und Mitteltöne und Schatten editieren. Zudem gibt es nun einen ganzen “Stapel” Bildränder, mit denen man seinem Foto den letzten Feinschliff verleihen kann.
Abschließend
Silfer Efex Pro 2 ist ein substanzielles Update zur ersten Version, das den Preis auf jeden Fall rechtfertigt.
Meine Meinung
Im ersten Test habe ich bemängelt, dass man an einem Tiff arbeiten muss, wenn man über Silver Efex Pro ein Schwarzweiß-Foto erzeugen möchte. Daran hat sich auch in Version 2 nichts geändert. Das ist vor allem deshalb schade, weil man – wenn man später doch noch mal etwas verändern möchte – von vorne beginnen muss. Eine tiefere Integration in Aperture würde hier Abhilfe schaffen. Offenbar stellt Apple sich hier jedoch quer.
Nach wie vor ist Silver Efex Pro für mich ein fantastisches Plug-in, mit dem sich wunderschöne schwarzweiß Bilder erzeugen lassen. Die neuen Features möchte ich definitiv nicht mehr missen. Die selektive Farbkorrektur finde ich gut. Es ist eine schöne Idee, diesen Effekt mit anzubieten und zumindest ich habe auch Lust, mal wieder entsprechende Bilder zu machen.
Jörn Daberkow
Ergänzende Links
Systemanforderungen Mac OS X
- Mac OS 10.5.8 und 10.6 und höher
- Intel Prozessor
- 2 GB RAM (4 GB oder mehr empfohlen)
- Adobe® Photoshop® CS3 bis CS5
- Adobe Photoshop Elements 6 bis 9
- Adobe Photoshop Lightroom 2.6 bis 3.0 oder höher
- Apple® Aperture® 2.1.4 bis 3.0 oder höher
- 32-Bit und 64-Bit kompatibel
Systemanforderungen Windows
- Windows XP, Windows Vista und Windows 7
- AMD oder Intel Prozessor
- 2 GB RAM (4 GB oder mehr empfohlen)
- Adobe Photoshop® CS3 bis CS5
- Adobe Photoshop Elements 6 bis 9
- Adobe Photoshop Lightroom® 2.6 bis 3.0 oder höher
- 32-Bit und 64-Bit kompatibel
Preise
- Vollversion: 199 Ero
- Update: 99,95 Euro
Hersteller
Mehr von


29. Mai 2011 um 18:19 Uhr
Hallo Jörn,
ich bin seit einiger Zeit von der Version 1 ganz begeistert. Die Möglichkeit der selektiven Farbkorrektur könnte mich dazu bringen, das Update zu kaufen.
Viele Grüße aus Mering!
29. Mai 2011 um 18:28 Uhr
Hallo Joachim,
das ist wirklich mal eine weitere Möglichkeit, mit der man spielen kann. Mir gefällt aber das mit der genaueren Kontrolle der Parameter Helligkeit, Kontrast und Struktur bald noch mehr. Du solltest dir das Update holen. Das lohnt sich wirklich.
30. Mai 2011 um 11:13 Uhr
Colorkey Fotos mache ich am liebsten am iPhone oder iPad mit “ColorSplash” oder “Color”. Damit könntest Du auch das Kraftwerk ohne Probleme “einfärben” und den Rest aussparen.
30. Mai 2011 um 13:09 Uhr
Eigentlich komisch, dass so eine App das kann …
30. Mai 2011 um 14:15 Uhr
Du kannst das auch super mit Aperture “out of the Box” machen. Einfach mit dem entsprechenden Aperture-Pinsel “schwarz weiss entfernen” (oder so ähnlich) auswählen und schon kannst Du die gewünschten Bereiche wieder selektiv einfärben :-)