Als in den Medien die ersten Bilder des neuen Ka auftauchten, war ich recht angetan vom frischen Look. Das Auto zeigte eine schnittige, knuffige Linie, die sofort meine Aufmerksamkeit erregte. Hinzu kam, dass das Vormodell bereits ein „paar Tage“ auf dem Buckel hatte und der Neuheiteneffekt entsprechend stark ausgeprägt war.

Formensprache
Der Ford Ka der vorigen Generation (von Anfang 96 bis August 2008) war bereits recht eigenständig gezeichnet – nur das Heck fand ich äußerst „gewöhnungsbedürftig“. Bevor ich mich dann daran gewöhnen konnte, brachte Ford ein neues Modell. Ein Glück, denn dessen Heck, ja dessen ganze Formgebung ist durchweg harmonisch und in sich stimmig.
Der Ford Ka wurde gemeinsam mit dem Fiat 500 entwickelt und wird im identischen Werk in Polen hergestellt. Ich finde, dass sich beide Autos so sehr voneinander unterscheiden, dass man keine Gemeinsamkeiten erkennen kann. Während der Fiat 500 durch seinen Retro-Look überzeugt, schauen die Ford-Scheinwerfer geradewegs in die Zukunft. Das Design ist durchaus futuristisch und orientiert sich am größeren Fiesta. Ob es auch lange genug futuristisch wirkt, werden wir sehen. Ich bin immer sehr vorsichtig, wenn sich bei mir ein Wou-Effekt einstellt. Oft flaut der nämlich überraschend schnell ab – schneller jedenfalls als bei Dingen, mit denen man sich erstmal „anfreunden“ muss …

Gleich geht‘s los …
- Spiegel? Passt.
- Sitzhöhe? Passt.
- Schaltung? Leichtgängiges und präzises 5-Gang Getriebe.
- Rundumsicht? Sehr bescheiden.
Der Motor
Mein Testwagen wurde von einer 69 PS-Maschine angetrieben, die den Wagen erfreulich agil vorantrieb. Für spritzige Überholmanöver musste man ab und zu einen oder zwei Gänge runterschalten, aber der sich dann einstellende Vortrieb kann durchaus als sportlich bezeichnet werden. Mit diesem Motor macht das Auto richtig viel Spaß! Eine große Auswahl hat der potenzielle Ka-Interessent diesbezüglich allerdings eh’ nicht, denn derzeit hat Ford lediglich zwei Maschinen zu bieten:
- 1,2 Liter Benziner mit 69 PS
- 1,3 Liter Diesel mit 75 PS
Der CO2-Emissionswert soll bei 119 g/km liegen – was noch mal einen Hauch besser als beim Twingo wäre, der bei identischem Hubraum, aber weniger Leistung (57 PS) auf einen CO2-Emissionswert von 120 g/Km kommen soll.

Ich hatte Gelegenheit, auch den Dieselmotor zu testen und der geht noch mal spürbar munterer zur Sache, als der Benziner. Das Dieseltriebwerk überzeugt durch eindrucksvollen Vortrieb – allerdings weniger in Sachen Geräuschkulisse, denn die Maschine macht sich deutlich hörbar bemerkbar.
Fahrwerk, Fahrgeräusche, Fahrgefühl
Im Gegensatz zu meinem damaligen Fiat 500-Testwagen, der ja auf der gleichen Bodengruppe basiert, ist das Ford-Fahrwerk spürbar besser abgestimmt. Es vermittelt eine gesunde Mischung aus Bodenkontakt und Fahrkomfort. Kurven lassen sich zügig durchfahren, ohne dass sich das Auto merklich auf die Seite legt, Bodenunebenheiten werden exzellent ausgefiltert. Sehr, sehr gut!

Die Servolenkung arbeitet ebenfalls ausgezeichnet. Beim Geradeausfahren bemerkt man sie nicht, und das Einparken wird zum Kinderspiel.
Der Benzin-Motor ist im Gegensatz zum Diesel schön leise und es stellten sich keine störenden Fahrgeräusche ein.

Aufgefallen
Der Ka ist letztlich ein Kleinstwagen – mit Betonung auf „kleinst“. Das Auto zieht man sich beinahe an und es sitzt dann so eng, dass es auch mal kneift … Ich habe selten in einem kleineren Auto gesessen (letztmals in einem Gogo und das war Anfang der 60er …) und obwohl ich ein ausgewiesener Fan kleiner Autos bin, geht mir das Raumgefühl hier doch erheblich gegen den Strich. Ein bisschen mehr Auto sollte es dann doch sein …
Die Sitze meines Testwagens boten sehr guten Halt, verfügten aber über keine Memory-Funktion. Wenn man die Lehne mal umklappt, um Fahrgäste einzulassen, muss man den Abstand des Sitzes zum Lenkrad immer wieder neu regulieren. Absolut nervig!

Autoradio
„Meine beiden“ Ka-Testwagen boten eine Radio-CD-Kombination mit Lautsprechern in der A-Säule und in den Türen. Der Klang war in Ordnung.
Klimaanlage
Die Klimaanlage im Concept ist erfreulich leistungsfähig – sie kühlt auch bei hohen Außentemperaturen von um die 30° deutlich kräftiger, als z. B. die des Twingo. Zwei meiner Fahrgäste waren nach einer knapp einstündigen Tour so erkältet, dass ich über mehrere Tage recht genervte Kommentare zu hören bekam …

Verarbeitung
Beide Testwagen waren sehr gut verarbeitet. Die Spaltmaße sind schön klein und alles sitzt gerade.
Die Armaturentafel besteht zumindest optisch aus dem wahrscheinlich günstigsten Kunststoff, den der Weltmarkt derzeit hergibt. Schade, ein bisschen mehr inneren Schick hätte den äußeren schön ergänzen können. Auch hier wurde alles ordentlich zusammengesetzt, aber ein „Qualitätseindruck“ stellt sich mit dem verwendeten Material einfach nicht ein. Das Plastik – ja, ich benutze dieses Wort wirklich – wirkt trotz einer leichten Oberflächenstrukturierung so billig, wie ich es selten gesehen habe.
Zu wem passt der Ford Ka?
Von den äußeren Maßen profitieren – wenn überhaupt – nur kleingewachsene Singles, die auch in Sachen Gepäckraum keine höheren Ansprüche stellen. Immerhin: Ka-Fahrer dürften leichter einen Parkplatz finden. Mit etwas guten Willen kann man sich wohl in ähnliche Lücken quetschen, in die auch ein Smart passt …

Meine Meinung
Der Ford Ka zeigt eine sehr gelungene Form und ein ausgezeichnetes Fahrwerk mit guten Bremsen und perfekter Lenkunterstüzung. Die Leistung des Benzin-Motors sollte auch Fahrer überzeugen, die in der Stadt gern mal „etwas schneller“ unterwegs sind. Der Diesel erlaubt eine noch mal spürbar “hurtigere” Gangart. Ganz klar, der Ka – wenn er denn passt – macht Spaß, sieht schick aus und er ist laut Ford Preisliste für (ab) 9.650 Euro zu haben.
Die Ausstattungsliste beinhaltet (wie auch bei anderen Marken) Dinge, bei denen ich nie weiß, ob ich mich verschaukelt fühlen soll, oder ob das ernst gemeint ist – hier z. B. Kopfstützen vorn und hinten, 14“ Stahlräder oder Zigarettenanzünder.
Jörn Daberkow
Ausstattung Ford Ka Concept
- Antiblockier-Bremssystem (ABS) mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD)
- Beifahrerairbag-Deaktivierung
- Bordcomputer
- Drehzahlmesser
- IPS Intelligent Protection System u. a. mit – Frontairbag für Fahrer und Beifahrer
- Kopfstützen vorn und hinten, höhenverstellbar, hinten versenkbar
- Lenksäule, in Höhe einstellbar
- Mittelkonsole mit Getränkehalter und 12-Volt- Anschluss
- Notbremslicht
- Rücksitzlehne, umklappbar
- Scheinwerfer-Abblendlicht mit Ausschaltverzögerung
- Servolenkung, elektro- mechanisch (EPAS)
- Stoßfänger vorn und hinten in Wagenfarbe lackiert
- Wärmeschutzverglasung, getönt
- Zigarettenanzünder und Aschenbecher in der Mittelkonsole
- 14″-Stahlräder
