Als ich vor einiger Zeit die Pressemeldung zum neuen MacJournal las, war ich sofort neugierig. Ich habe dann zügig mit dem Deutschen Vertrieb Kontakt aufgenommen und mir die Software für den Test zusenden lassen. Als ich das Programm aber installiert und gestartet hatte, stand ich wegen der vielen Möglichkeiten vor der Frage, was MacJournal eigentlich konkret macht, ob es einen Schwerpunkt gibt und was ich damit anfangen soll. Ich kam tatsächlich etwas ins Schleudern, schrieb diverse Einleitungen, sah immer wieder auf die Pressemeldung und schielte auch mal ins Netz …
Die Pressemeldung verspricht, dass man direkt aus MacJournal Artikel in seine Blogs hochladen kann. (Neben WordPress sollen auch LiveJournal, MovableType, TypePad und Blogger unterstützt werden.) Das war der Punkt, den ich am interessantesten fand und wegen dem ich überhaupt mit Application Systems Heidelberg Kontakt aufgenommen hatte. Tatsächlich veröffentliche ich täglich mehrere Artikel auf insgesamt 6 Blogs. Eine Software, mit der sich diese Arbeit bequem händeln ließe, wäre für mich eine feine Sache.
Aber bevor ich mir diese Möglichkeiten genauer anschaue, gilt es die …
Oberfläche
… genauer zu erkunden. Die Symbolleiste von MacJournal lässt sich umfangreich konfigurieren.

Auch wenn es sonst nicht meine Art ist und ich schlichte Interfaces lieber mag – in diesem Fall habe ich ziemlich viele Icons in meine MacJournal-Symbolleiste übernommen …

… da ich die entsprechenden Tastaturkommandos noch nicht kenne. Ich hab‘ mir aber vorgenommen, meine Arbeit mit dem Programm so schnell wie möglich umzustellen – wenn das geht. Allerdings scheint nur ein Teil der Funktionen mit Tastaturkommandos unterlegt zu sein.
Blogging
Die Vorstellung, dass ich meine Artikel offline schreiben und sie direkt aus der Anwendung in meine Blogs schicken kann, spricht mich definitiv an. Bisher entstehen meine Artikel immer in Pages. Diese Dokumente liegen dann (bis sie fertig sind) im Finder im Ordner „Neue Artikel“, in dem sich wiederum Ordner wie Apfelwahn, Hamburger Fotoblog, moodWay und so weiter befinden. Das geht nun – theoretisch – komfortabler über MacJournal, da ich hier auch gleich die Bilder einfügen kann, um alles in einem Stück ins Netz zu bringen. Allein das wäre schon ein dicker Pluspunkt und Grund genug, die Software zu kaufen. Aber läuft das auch alles, wie es soll? Leider nicht ganz.
Der Artikel wird im gewählten Blog veröffentlicht – so weit, so gut. Leider wird jedoch das More-Tag nicht mitgenommen – der Leser sieht also keinen „weiter lesen“ Schriftzug. Unschön auch, dass das Admininterface von WordPress kryptische Zeichen ausgibt, wenn das Zielblog den Artikel empfangen hat.

Stimmt, im Web wird der Artikel korrekt angezeigt. Sogar die Deutschen Umlaute „funktionieren“ (was im ersten Versuch nicht geklappt hat) …

… aber ich mag es nicht, wenn ich im Adminbereich so einen Zeichensalat bekomme. Da das More-Tag nicht funktioniert, kann ich auch keine Artikel veröffentlichen, ohne hinterher noch mal Hand anzulegen – und wenn ich eh‘ noch mal Hand anlegen muss, füge ich meinen Text lieber gleich per Copy&Paste ein. Dann habe ich im Adminbereich auch keinen Zeichensalat. Nebenbei: Wenn ich eine Grafik an meinen Beitrag hänge, bekomme ich eine Fehlermeldung. Der Artikel kann dann nicht abgeschickt werden. An der Konfiguration habe ich nichts geändert.

Diese „Blogging-Funktion“ von MacJournal fällt bei mir glatt durch – zumindest unter WordPress. Andere Blog-Systeme habe ich nicht getestet. Mit WordPress funktioniert es zwar irgendwie, aber da ist in meinen Augen noch eine ganze Menge Nacharbeit nötig. MacJournal wirbt zudem mit WordPress-Unterstützung, aber in der Software lassen sich nur 4 andere Systeme per Klappmenü auswählen …

Textverarbeitung
Was mir bei der Arbeit mit MacJournal extrem gut gefällt, ist der Vollbildmodus, den ich ursprünglich nur der Vollständigkeit halber aufgerufen habe! Schaltet man den Vollbildmodus ein, schreibt man grün auf schwarzem Grund. Alles andere wird ausgeblendet.

Das finde ich total klasse und es scheint, dass ich so ganz aus Versehen zu einer neuen Textverarbeitung gefunden habe, denn eigentlich mag ich es nicht, mit schwarzer Schrift auf weißem Grund zu schreiben. Der Vollbildmodus in MacJournal bietet mir eine schön große und gut lesbare Schrift – ich bin total hin und weg! Wenn man dann per ESC-Taste in die Normalansicht zurückkehrt, merkt man erst, wie angenehm die Grün auf Schwarz Darstellung eigentlich ist! Blöd nur: Von allein wäre ich nie darauf gekommen. Ich bin nun so begeistert, dass ich mir im Moment nicht mehr vorstellen kann, noch mal eine andere Textverarbeitung für meine Artikel zu verwenden.
Mit diesem super simplen Interface kann ich mich voll auf meinen Text konzentrieren. Nichts lenkt ab. Das ist einfach nur geil.
Weitere Möglichkeiten
MacJournal soll beim Verfassen eines Tagebuches helfen. Ich würde die Software allerdings nicht auf Tagebucheinträge beschränken – wozu auch? Man kann ja schreiben, was man will – egal, ob nun Artikel für das eigene Blog, Geschäftsbrief, Tagebuch, oder was auch immer.
Im Übrigen ist Text nur eine Facette des Contents. Möglich sind auch Bild und Video – nur für den Fall, dass hier jemand Podcast gesagt hat: Ja, auch das ist „drin“, von mir aber nicht ausprobiert.
MobileMe
Wer heute auf einem iMac einen Eintrag schreibt, kann am nächsten Tag an einem ganz anderen Ort (Internet vorausgesetzt) auf seinem Mobil-Mac daran weiterarbeiten, denn Journale lassen sich direkt über MobileMe miteinander synchronisieren.

Verwaltung
Es geht in MacJournal aber nicht nur ums Schreiben, sondern auch ums Verwalten, bzw. miteinander verknüpfen. So lassen sich z. B. PDF-Dokumente mit einem Journal verbinden, indem man es auf das gewünschte Journal zieht, an dem man gerade arbeitet. Auch ein (z. B.) per iSight aufgenommenes Video lässt sich so einem Journal zuweisen.
Diese Möglichkeiten finde ich alle sehr interessant, bei meiner Arbeitsweise muss ich allerdings erstmal gucken, bei welcher Gelegenheit ich so einen Workflow einsetzen möchte. Aktuell fühlt sich das für mich recht abstrakt an. Tatsächlich bietet diese Software eine für mich neue Herangehensweise in Sachen Verwaltung, die ich erstmal sacken lassen muss. Anders als im Finder kann man hier Inhalte logisch miteinander verbinden, ohne dass man die entsprechende Datei dupliziert. Ich habe z. B. einen Ordner mit Anleitungen auf meiner Festplatte – und einen anderen Ordner mit anderen Inhalten zu den Programmen, die ich verwende. Hinzu kommen meine Camino-Bookmarks, die weitere Infos bieten. All das lässt sich jetzt zusammenführen, indem man einfach ein neues Journal anlegt, die entsprechenden Dateien und Dokumente dem Journal zuweist und dann sofort Zugriff auf alle Inhalte hat, die irgendwie zusammengehören.
Fazit
Die Blog-Unterstützung scheint mir zumindest was WordPress betrifft noch nicht sonderlich ausgereift zu sein. Ich jedenfalls werde meine Inhalte weiter auf herkömmliche Weise erstellen – allerdings auch in MacJournal, da ich extrem auf den vollbildmodus des Textinterfaces abfahre. Das finde ich so was von genial … Ich jedenfalls würde das Programm auch kaufen, wenn es nur eine einfache Textverarbeitung wäre.
Jörn Daberkow
Systemanforderungen
- Mac OS X 10.4.0, Mac OS X 10.5
- Intel Mac Core Solo/Intel Mac Core Solo
- mind. QuickTime 7
Sprachinformationen
- Handbuch: Deutsch (digital)
- Verpackung: Deutsch
- Software: Deutsch
Empfohlener Verkaufspreis incl. Mehrwertsteuer
- 34,99 Euro

15. September 2008 um 13:34 Uhr
Grüne Schrift auf schwarzem Hintergrund?
Das wär für mich nichts und erinnert mich an die von mir gehasste Darstellung in “3270″ Anwendungen!
Aber Geschmäcker (und Augen) sind ja unterschiedlich ;-)
Hier dennoch mal ein Artikel zum Thema Softwareergonomie.
Gruß
Markus
15. September 2008 um 13:43 Uhr
Das ist viel zu lesen – ich gucke mir das aber mal an.
15. September 2008 um 14:01 Uhr
Als reinen Blogeditor gibt’s aber auch noch andere Programme, z.b. Marsedit:
http://www.red-sweater.com/marsedit/
Ich nutze eigentlich immer das Online-Interface. Für unterwegs gibt es auch eine Applikation für das iPhone, welche mittlerweile auch ganz gut funktioniert für die einfachen Sachen.
Gruß
Karl
15. September 2008 um 14:13 Uhr
Hi Karl,
hast du das schon mal ausprobiert? Gehen Umlaute? Der More-Tag?
Jörn
16. September 2008 um 23:29 Uhr
nein, ich habe das noch nie ausprobiert. Mir reicht bis heute das Webinterface.
Karl
20. Mai 2009 um 14:31 Uhr
Das alles klingt ja super:)Ich werde mal auch gerne probieren.Du hast die so viel Mühe gegeben…:)Danke für den Tipp.
20. Mai 2009 um 15:22 Uhr
Hey Anja,
falls du MacJournal wirklich ausprobierst, lass doch mal hören, wie dir die Software gefällt.
Schönen Gruß
Jörn
26. Mai 2009 um 15:19 Uhr
Habe auch schon probiert.Bei mir ging eigentlich alles sehr gut.Tolle Seite.Bravo!
19. Juni 2009 um 08:22 Uhr
Schöner Artikel! Gott sei Dank es gibt immer noch Menschen, die auch Screens machen.
Gruß
Serena
25. Juni 2009 um 09:39 Uhr
Naja, Screens sind doch sehr schöne und praktische Sachen..:) Ich bin mit Serena vollkommen einverstanden.Sehr guter Artikel-muss mal auch probieren.Danke.
12. Juli 2009 um 14:16 Uhr
Ich verwende für meine Blogs ecto3. Zumindest mit Umlauten habe ich keine Problem. Das More-Tag verwende ich aber nicht, und kann daher dazu nichts weiter sagen.
MacJournal verwende ich ebenfalls, und nutze es ausschließlich zur “Datenverwaltung”. Sprich für Notizen, Texte und Tagebuch. Und auch ToDo-Listen, und alles, was ich nicht vergessen will.
28. Juli 2009 um 09:50 Uhr
Danke für die ausführliche Infos.Die waren echt sehr nützlich für mich und natürlich für das Job.Tolle Seite.Danke.