Camino war lange Zeit mein Standardbrowser, musste dann aber wegen eines kleinen Patzers Firefox weichen. Inzwischen hat sich der Wind wieder gedreht und mit Camino 2 wurde die sympathische Software auf ein neues Level gehoben. Zeit für eine Neubewertung!

Camino ist ein Browser mit einem vergleichsweise kleinen „Marktanteil“. Laut Google Analytics wird Camino in diesem Monat gerade mal von 0,89 % der Apfelwahn-Besucher genutzt. Recht mager, wie ich finde … Chrome als Neuling kommt bereits auf 1,53 %, wobei man hier nicht sieht, ob die Software auf einem Mac oder einem PC läuft …
Die 3 meistgenutzten Browser im Dezember
- Safari 46,44 %
- Firefox 35,09 %
- Internet Explorer 12,15 %
Camino bietet mit der 2.01 ein neues Feature namens Tab Overview. Das funktioniert ganz ähnlich wie in Apples Exposé. Hier drückt man ctrl + cmd + T und sieht dann alle in Tabs geöffneten Webseiten auf einen Blick.

Mit einem Klick gelangt man dann auf die gewünschte Page. Ich brauche das nicht wirklich, finde aber, dass es ein nettes Gimmick ist. Hier fällt mir dann doch Safari ein. Apples “Top Sites”-Ansicht der meistbesuchten Webseiten ist schlicht und ohne Übertreibung genial, allerdings – neben dem integrierten Farbmanagement – auch das einzige Feature, das ich beim Surfen mit einem anderen Browser vermisse.
Zu den Dingen, die Camino bietet, die ich aber nicht wirklich brauche, gehören auch verschiebbare Tabs, oder Tab-Gruppen.
Laut Wikipedia unterstützt Camino (im Gegensatz zu Firefox) viele systemeigene Techniken von Mac OS X, wie etwa den Schlüsselbund, Bonjour, Spotlight oder das Adressbuch und ist ein reines Cocoa-Programm.
Das für mich größte Camino-Plus ist zweifelsohne die individuelle Cookie-Verwaltung, die hier maximal komfortabel umgesetzt wurde. Der entsprechende Punkt versteckt sich auch nicht auf irgendwelchen Untermenüs, sondern hat ein eigenes „Privatsphäre“-Logo in den Einstellungen. So soll es sein.

Camino lässt sich ruckzuck auf die persönlichen Bedürfnisse konfigurieren und arbeitet danach unauffällig und zügig. Nebenher: Hat irgendwer wirklich schon mal einen Geschwindigkeitsunterschied zwischen 2 Browsern bemerkt? Also ich nicht …
Wem die sofort zugänglichen Einstellmöglichkeiten nicht genügen, hat die Möglichkeit tiefer in Camino einzusteigen: Einfach in die Adresszeile about:config eingeben und Enter drücken. Nach einer Warnmeldung …

… wird eine recht lange Liste mit zusätzlichen „Preferences“ geöffnet, die man – wenn man genau weiß, was man tut – individuell konfigurieren kann. Konfigurieren lassen sich natürlich auch die Suchmaschinen-Voreinstellungen …

… um eine andere Default-Suchmaschine für Camino auszuwählen.
Fazit
Der eine mag die Coverflow-Ansicht aus Safari vermissen – der andere die Erweiterbarkeit von Firefox – für mich ist Camino eine schlichte und gelungene Software, die für genau einen Zweck geschaffen wurde: Webseiten darzustellen – und darin macht dieses Programm eine wirklich gute Figur.
Wer „seinen“ Browser noch nicht gefunden hat, sollte Camino ausprobieren!
Jörn

29. Dezember 2009 um 08:38 Uhr
hallo jörn,
die 0.89% der camino-user bin ich ;-). scherz beiseite, kann alles nur genauso unterstreichen wie du es berichtet hast. allerdings gibts und gabs auf meinem rechner immer ein problem – ausdrucken geht einfach nicht. die druckbefehle landen im nirvana. auch pdf exportieren geht nicht. egal ob im systemeigenen druckdialog oder via acrobat ppd als drucker ausgewählt. ein scheinbar fataler bug von camino, der mich aber in der praxis dann trotzdem nicht von der benutzung abgehalten hat.
ausserdem kann man auch mit baywatch keine auktionen in ical übertragen (obwohl als browseroption auswählbar). für mich ebenfalls nicht wirklich relevant, aber es funktioniert halt nicht.
ansonsten muss ich sagen, dass ich gerade wegen der spürbaren höheren surfgeschwidigkeit ganz ursprünglich einmal auf camino gewechselt habe. mittlerweile hat safari und auch alle anderen browser entsprechend aufgeholt. aber vor ein paar jahren war camino der einzige browser der zB zuerst den html-text, und erst danach die bilder geladen hat, was so zu einer eklatant höheren surfgeschwindigkeit beigetragen hat (bei den damaligen leitungen).
kann mich deiner probierempfehlung trotzdem nur anschließen.
erich
29. Dezember 2009 um 09:29 Uhr
Tja, früher habe ich auch Camino genutzt – vor allem der Geschwindigkeit, der Anpassung an OS X und der invidviduellen Cookie-Verwaltung. Inzwischen heißt mein Standardbrowser OmniWeb (wo steht der denn in der Browser-Liste?). OmniWeb ist so schnell wie Safari (ihm liegt auch die WebKit-Engine zugrunde), aber er bietet halt viel mehr Einstellungsmöglichkeiten – darunter eine Vorschau-Tableiste, einen konfigurierbaren Werbeblocker sowie eine individuelle Verwaltung für jede Webseite (darunter auch Cookies).
Ulf
29. Dezember 2009 um 13:39 Uhr
@Erich: Wenn, sind die 0,89 % wir beide! :-D
@Ulf: Was die Browser betrifft – guckst du hier:
29. Dezember 2009 um 14:14 Uhr
lol … wo gibts denn die Browser ‘Internet Explodierer 1.0′ und ‘Pech gehabt!’ zu laden? :D Wo bleibt in der Liste eigentlich das iPhone OS?
Zu Camino steh ich nach wie vor neutral. Das Design des Browsers gefällt mir einfach nicht – die bunten Buttons kann ich mir einfach nicht den ganzen Tag ansehen. Die Geschwindigkeit bietet gegenüber Safari 4 auch keine Vorteile mehr und die Cookie-Verwaltung etc. brauch ich nicht. Ist wohl einfach nicht mein Geschmack.
29. Dezember 2009 um 14:19 Uhr
“Ist wohl einfach nicht mein Geschmack.”
Das soll’s ja geben. Kenne ich nebenbei auch ganz gut bei mir. :-)
29. Dezember 2009 um 14:24 Uhr
Übrigens super, dass die letzten Kommentare jetzt wieder in der rechten Spalte sind!
29. Dezember 2009 um 14:53 Uhr
Ist die Browserreihenfolge ausschließlich auf Macuser bezogen?
29. Dezember 2009 um 15:24 Uhr
Hm, gar kein OmniWeb? Ist das die Statistik über einen längeren Zeitraum? Oder gibt sich OmniWeb als was anderes aus?
29. Dezember 2009 um 16:15 Uhr
@Andreas: Die Browser sind im Prinzip unabhängig vom Betriebsystem – wenn man die Tatsache außer acht lässt, dass bestimmte Browser nur auf Mac OS oder Windows verfügbar sind.
@Ulf: Die Statistik ist vom Dezember. Kann aber gut dein, dass OmniWeb sich als ein anderer Browser ausgibt.
29. Dezember 2009 um 18:46 Uhr
Seltsam – ich habe mal andere Statistiken im Netz angeschaut. Da taucht OmniWeb durchaus auf. Und im Dezember habe ich bestimmt für einige Seitenaufrufe gesorgt …
29. Dezember 2009 um 19:33 Uhr
Tja … vielleicht ist OmniWeb so weit hinter dem Internet Explodierer, dass er gar nicht mehr auftaucht. :)
Google scheint hier sowieso nicht alle Browser gelistet zu haben – wie gesagt fehlt auch das Mobile Safari vom iPhone OS, das hier definitiv auftauchen müsste.
29. Dezember 2009 um 19:47 Uhr
Ich habe eben noch mal für das ganze bisherige Jahr 2009 geguckt. Darunter gibt’s viele skurile Einträge und ich frage mich, mit was für einer Software man so was erzeugt – aber OmniWeb stand da nirgendwo – und da du, Ulf, hier ab und an mal vorbeischaust, müsste da eigentlich was stehen. Da da aber nichts steht, können wir wohl davon ausgehen, dass sich OmniWeb als irgend eine andere Browser-Software maskiert.
2. Januar 2010 um 20:12 Uhr
Als Absonderling von Chrome gibt es schon Chromium. Chromium ist auch OpenSource und hat mehr Sicherheitseinstellungen aktiviert als Chrome direkt. Evtl. lohnt sich ein Test auch hier?
http://www.yellowtab.com/2009/12/chromium-aufgebohrt-und-brandaktuell/
2. Januar 2010 um 21:07 Uhr
Den User-Agent kann man ganz einfach ändern. Entweder zum Beispiel im Firefox mit der Erweiterung “User Agent Switcher”, oder im Safari im Entwickler-Modus. Mit den anderen Browsern dürfte das auch möglich sein…
Grüße,
Oli
10. Januar 2010 um 17:43 Uhr
Ist ja schon ein weile her als dieser Artikel geschrieben wurde.
Meine Frage: Wie sieht es denn mit der Datensicherheit von Googles Chrome aus ? Die Geschwindigkeit des Browsers überzeugt mich, kein schnick schnack. Aber da ist der Gedanke an die Daten-Krake.
10. Januar 2010 um 17:47 Uhr
Hallo Mike,
da muss ich passen. Das Thema habe ich bei diesem Test nicht beachtet und ich kann das auch schlicht nicht beurteilen. Derzeit nutze ich Chrome nicht mehr.