Ab wann kann man eigentlich von einem Langzeittest sprechen? Nach 6 Monaten? Nach einem Jahr? Wenn es danach ginge, würde mein kleiner Beitrag auf jeden Fall in die Rubrik Langzeittest passen, denn dieser Kopfhörer begleitet mich bereits seit über 20 Jahren …

Damals, also zu einer Zeit, als ich selbst noch vom Highfigh-Fieber infiziert war … Riemengetriebener Plattenspieler, Moving Coil-System und so – du kannst dich sicher auch an diese Zeit erinnern. Ich habe schon immer sehr gern sehr laut Musik gehört und da ich dabei weder Umgebungsgeräusche hören, noch meine Nachbarn stören wollte, kam nur ein Kopfhörer in Frage. Der sollte zudem meinen finanziellen Möglichkeiten Rechnung tragen, denn meine Wunschboxen von damals (irgendwas von Backes & Müller) waren einfach nicht drin. Und wenn schon keine sehr guten Lautsprecher (ich hatte dann lange Zeit die Kef 101), sollte wenigstens der Kopfhörer sehr gut sein.
Ich habe mir dann den Beyerdynamic DT 770 gekauft und damit ganz schön viel Geld beim Händler gelassen. Seit dem hatte sich das Thema Kopfhörer derartig vollständig für mich erledigt, dass dieses Teil das einzige „Elektrogerät“ ist, das mich seit so langer Zeit begleitet. Ich musste den allerdings einmal wegen eines verschleißbedingten Kabelbruchs zur Reparatur geben. Und obwohl ich explizit etwas anderes verlangt hatte, haben die mir wieder so ein nerviges Spieralkabel angebaut. Die Ohrmuscheln habe ich ebenfalls schon vor Jahren getauscht – und eigentlich müssten die wieder mal neu, aber ich komme nicht dazu und scheinbar ist mir das auch nicht wichtig genug …

Der Sound
Einige Jahre nach dem Kauf habe ich mal der Neugierde halber in einigen Highfigh-Läden Konkurrenz-Kopfhörer getestet, aber ich habe nie einen gefunden, der meinen DT 770 geschlagen hätte. Irgendwann habe ich das dann gelassen.
Der Sound ist auch heute noch umwerfend gut. Da sind (auf Wunsch) reichlich Bässe, jede Menge feinste Höhen und das Gesamtklangbild ist herrlich ausgewogen. Man kann diesen Kopfhörer wirklich lange tragen und zumindest bei mir stellen sich keine Ermüdungserscheinungen ein. Schwitzen ist ebenfalls kein Thema.
Fazit
Rückblickend ist dieser Kopfhörer der beste Kauf meines Lebens und ich bin ehrlich gespannt, wie lange der noch hält. Sollte der DT 770 wider Erwarten in 10 Jahren (oder so) kaputt gehen, hoffe ich, dass es den in identischer Qualität noch neu zu kaufen gibt. Einen anderen Kopfhörer würde ich nicht mehr haben wollen. Auf jeden Fall hat es sich hier wirklich gelohnt, gleich mehr Geld auf den Tisch zu legen. So viel habe ich letztlich noch nie gespart.
Jörn


11. Oktober 2009 um 20:08 Uhr
Hi Erich,
also vor einigen Jahren habe ich noch neue Ohrmuscheln bekommen. Keine Ahnung, ob’s die immer noch zum Nachkaufen gibt – glaube ich aber.
11. Oktober 2009 um 20:58 Uhr
Hallo Jörn,
super Kopfhörer! Ich bin (immer noch) stolzer Besitzer des DT990. Etwa gleiches Alter, nur geschlossnes System. Bei mir musste ich nur einmal das Schaumstoff über den Membranen austauschen. Ansonsten ist das gute Stück immer noch perfekt im Klang.
11. Oktober 2009 um 20:02 Uhr
Meine Güte. 20 Jahre? So sehen die wirklich aus. :)
Und man bekommt dafür noch neue Ohrmuscheln zu kaufen?
Finde ich klasse, dass du so gute Ohrhörer noch nicht entsorgt hast. Ich hoffe, dass meine auch mal so lange halten werden. Denn von der Klangqualität bin ich immer noch tierisch begeistert. :-)
11. Oktober 2009 um 21:32 Uhr
Glückwunsch! Der Nummer nach müsste dein Kopfhörer sogar besser als meiner sein!
11. Oktober 2009 um 21:50 Uhr
Ich muss mich korrigieren (kleiner Verschreiber): Der DT990 hat ein offenes System. Der 770er hat ein geschlossenes und der 880er ein halboffenes. Welcher jetzt vom Klang besser ist, weiß ich nicht. Ich denke, die tun sich alle drei nicht viel. Die Beyer-Kopfhörer waren damals die einzigen einigermaßen erschwinglichen, die einen super Klang hatten. Ich habe damals 300 DM bezahlt.
11. Oktober 2009 um 21:53 Uhr
Ich weiß nicht mehr, was ich damals bezahlt habe. In D-Mark – das weiß ich noch … Und es war viel Geld.
12. Oktober 2009 um 08:32 Uhr
Eiwei Eiwei, dem Teil sieht man Alter und Gebrauch an ;) Von geschlossenen Systemen bin ich abgekommen, in-Ear, dafür kann ich mich nicht begeistern – ich bin dann schließlich beim A8 von B&O hängen geblieben.
12. Oktober 2009 um 09:08 Uhr
@frank: den A8 habe ich ursprünglich meiner freundin geschenkt. die hatte exakt die selben abneigungen wie du (geschlossen, inear). absoluter hammer das teil. mittlerweile hat sie aber einen shure (doch inear aber perfekt für ihre ohren) und ich “musste” den A8 wieder zurücknehmen – und ich war natürlich ungemein traurig ;-)
@jörn:
du “warst” von guter musikwiedergabe infiziert? wie und wieso hast du dich davon geheilt? kann man das überhaupt (verantworten)?
ich habe das nie aufgegeben. bei mir steht immer noch briten-elektronik, plattendreher mit riemen und MC, kiloweise kabelverbindungen etc. etc.
ich habe einige freunde die auch im selben “club” sind, einzelne haben sich der bequemlichkeit vom vinyl getrennt, ein anderer hat komplett auf mp3-wiedergabe (mit macmini, externer D/A-wandler, k+h speaker) umgestellt, aber niemand hat sich von der hochwertigen wiedergabe “geheilt”.
mir fällt es immer am stärksten auf, wenn ich mehrere tage nicht zuhause bin. bei meiner rückkehr habe ich dann immer das gefühl als hätte ich die letzten tage verschlagene ohren gehabt und eine dicke pelzmütze getragen. ich kann mir jetzt noch keinen grund vorstellen, warum ich mich einmal einer therapeutischen behandlung zur heilung meiner vorliebe unterziehen sollte, weil von selbst verliere ich glaube ich das interesse an guter wiedergabe nie.
nunja – da fällt mir nur noch der spruche ein: dem menschen wille ist sein himmelreich *seufz*
12. Oktober 2009 um 09:13 Uhr
Morgen Erich,
“geheilt” passt hier natürlich nicht, aber für mich sind andere Sachen wichtiger geworden. Ich habe einfach keine Zeit mehr, mich wirklich mal hinzusetzen und ganz in Ruhe Musik zu hören – und das schon sehr lange … Irgendwann habe ich das eingesehen und mein ganzes Hifi-Zeug verkauft. Ich hab’s dann auch nicht einen Tag vermisst.
Wenn ich mal Musik hören will, genügt mir MP3 über iTunes und meine Soundsticks. Ansonsten mache ich lieber selbst Musik, oder gehe nach draußen und mache ein paar Bilder …
So ändern sich die Zeiten.
Jörn
12. Oktober 2009 um 10:20 Uhr
Du hast natürlich recht – entschuldige die heftige Reaktion. Ein Nerv, bei dem ich mittlerweile sehr empfindlich reagiere. Nachdem sich die Studien und Berichte darüber häufen, dass Jugendliche mittlerweile die mp3-Versionen ihrer Musik als “Original” ansehen bzw. das eigentliche Original als falsch empfinden und lieber das flache Zeug hören, kommen mir eben die Tränen wenn ich lese, dass sich ein weitere “Jünger” von der Religion abwendet . Erst vor ein paar Tagen wieder lag am Nebentisch ein Handy, wo “Musik” über den externen Mäusequäker lief – mein persönlicher Albtraum.
Zum Glück sind auch viele Musiker mit der Entwicklung nicht einverstanden. So erlebt ja Vinyl schon seit einiger Zeit wieder eine Aufschwung. Inkl. der kostenlosen mp3-Codes in den Platten von den bandeigenen Homepages in 320kBit, manchmal sogar noch VBR.
Gegebenheiten ändern sich auch bei mir. Ich mache zB keine Musik mehr, im Gegensatz zu früher (allerdings seeeeeeeeehr viel früher). Allerdings war diese Entscheidung kein nennenswerter Verlust für die Menschheit ;-)
12. Oktober 2009 um 10:24 Uhr
Hey, ich sehe überhaupt keinen Grund für eine Entschuldigung! :-)
Fürs Musikhören sind die Harman Kardon Soundsticks schon ziemlich gut – nicht so gut, wie meine damalige Kef 101, aber ich empfinde da keinen Mangel.
Eine Vinylplatte hatte nebeher auch ein ganz anderes Feeling … Allerdings bin ich trotzdem froh, kein Plattenknistern mehr hören zu müssen. :-)
12. Oktober 2009 um 11:50 Uhr
Ich habe auch die Soundsticks (inkl. iSub), allerdings die erste Auflage. Und ja, die sind unter all’ den angebotenen PC-Speakern sicher nicht das Schlechteste. Aber ich höre am Rechner nicht Musik. Maximal mal in was reinhören via Realplayer im Web oder zwecks Entscheidung was ich auf den beschränkten Platz meine iPod rüberziehe.
Nachdem du aber auch hin und wieder Musik machst am Mac, kennst du sicher auch die Firma Audioengine. Und da würden mir die A5 (oder zumindest die A2) schon noch besser gefallen. Und die sind sogar leistbar und absolut kein Highend-Fetisch.
PS: Bei mir knistert selten was. Höchsten mal eine Chipspackung ;-)
PPS: Ich besitze keinen Radio bzw. habe keinen in Betrieb. Dafür lege ich aber jeden Morgen zum Frühstück schon Musik auf. Und Sonntags gibts Musik zum Kochen bzw. Essen. Fixsterne für gute Musikwiedergabe in meinem Leben.
12. Oktober 2009 um 12:13 Uhr
Hi Erich,
die erste Generation der Soundsticks steht auch bei mir – und ich bin nach wie vor super zufrieden damit.
Musik “auflegen” – allein DAS klingt schon altmodisch. Jemand, der erst seit 10/15 Jahren auf der Welt ist, wird das womöglich gar nicht verstehen. :-D
Die Firma Audioengine kenne ich übrigens nicht. Aber danke für den Tipp. :-)
12. Oktober 2009 um 14:35 Uhr
@ Erich
” … dass Jugendliche mittlerweile die mp3-Versionen ihrer Musik als “Original” ansehen bzw. das eigentliche Original als falsch empfinden …”
Nur so als Gedanke: Viele Jugendliche benutzen die sch…lechten In Ears, die bei jedem billigen Handy und MP3 Player mitgeliefert werden. Und ganz ehrlich: Da kennt man den Unterschied wirklich nicht – die klingen immer schlecht … Da hör ich lieber gar keine Musik als mit sowas …
btw: Klingt der B&W Zeppelin Mini ähnlich gut wie sein großer Bruder? Sieht nicht schlecht aus. :)
12. Oktober 2009 um 17:11 Uhr
@poki
“… Da hör ich lieber gar keine Musik als mit sowas …”
Ganz meine Rede! E N D L I C H einer der mich versteht! :D :D :D
12. Oktober 2009 um 21:27 Uhr
Ich habe auch noch solch alte Kopfhörer, den Sennheiser HD540 reference, gekauft ca. 1990 von meinem Bruder. Alles noch top, selbst die Ohrmuscheln (aus Samt) sind noch wie neu. Nur die Schaumstoffmatten, die die Ohren gegen Berührung durch die Lautsprechergitter schützen, mussten einmal ersetzt werden. Sie hatten sich völlig zersetzt … Ach, und der Universalstecker ist gegen einen 6,3mm Klinkenstecker getauscht worden.
Desen Kopfhörer gebe ich auch nicht wieder her. Mir geht es wie Jörn: Ich habe noch keinen adäquaten Ersatz gefunden. Auch wenn der HD530 besser sein soll, meine Ohren hören es nicht.