Heute lief bei mir die Pressemeldung zur neuen OM-D von Olympus ein. Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass der Retrolook endgültig im Kamerabereich angekommen ist.
Die Pressefotos erzeugen bei mir allerdings erstmal keine Begeisterungsstürme, denn während die PEN-Serie alt und neu gekonnt miteinander verbindet, sieht die OM-D kantig und flach aus – ein Eindruck, der vom optionalen Batteriegriff noch mal deutlich verstärkt wird. Für eine abschließende, optische Beurteilung muss man die OM-D in die Hand nehmen. Da ich keine schwarzen Geräte mag, gefällt sie mir in silber aber schon jetzt deutlich besser. Nebenbei finde ich das Design deshalb so wichtig, weil Olympus hier ganz bewusst mit dem aktuellen Zeitgeist spielt.

Auf der technischen Seite hat man bei der neuen Olympus-Systemkamera einen deutlich größeren Schritt getan, als von der E-3 zur E-5. Die OM-D bietet das „weltweit erste 5-Achsen-System zur Bildstabilisierung“ und den – laut Pressemeldung – „schnellsten Autofokus der Welt“. Allein das sind schon zwei Dinge, die ich auch in einer E-5 gern gesehen hätte – nicht zu vergessen der neue „16,1-Megapixel-Live-MOS-Sensor“ oder bis zu 9 Bilder pro Sekunde in Serie.
Ich frage mich, warum Olympus die DSLR-Serie nicht einstellt und sich komplett auf den Systemkamera-Markt fokussiert, um diesen Markt für sich einzunehmen.
Auch die OM-D verspricht bei hohen Empfindlichkeiten eine ausgezeichnete Bildqualität. Das allerdings habe ich auch schon bei der E-5 gehört und da hat es Olympus einfach nicht geschafft, die damit erzeugten Erwartungen zu erfüllen.

Laut Pressemeldung darf man auch aus anderen Gründen auf eine verbesserte Bildqualität hoffen. Dazu werden Schlagworte wie „Bildprozessor TruePic VI“, „erhöhter Dynamikumfang“, „Fine-Detail Processing Technologie“ (aus der E-5), „verringerte Moiré-Effekte und Falschfarben“ und „Real-Colour Technologie“ aufgerufen. Wie sich all diese Dinge wirklich auf die Bildqualität auswirken, kann allerdings nur ein Test zeigen.
Schade, dass Olympus auch bei der OM-D nicht die Gelegenheit ergriffen und GPS für Geo-Tagging implementiert hat. Schön ist, dass die OM-D nun einen Augensensor (wie Sony) bietet. Damit schaltet die Kamera automatisch zwischen Monitor und Sucher um. Beim Monitor handelt es sich um einen kapazitiven Touchscreen in 3-Zoll (610.000 Pixel). Hier kann man – wie z. B. beim iPhone mittels Fingertipp den Bereich bestimmen, auf den fokussiert wird. Besonders interessant (und komfortabel) finde ich die Live-Bulb-Funktion: „… das Live-View-Bild wird während der Langzeit-Aufnahme kontinuierlich aktualisiert, sodass der Anwender das Ergebnis einschätzen und die Belichtungszeit entsprechend anpassen kann“.
Jörn Daberkow
Ergänzende Links
Preise (ab April 2012)
- Body 1.099,00 Euro
- Kit mit dem schwarzen M.ZUIKO DIGITAL ED 12-50 mm 1:3.5-6.3 EZ für 1.299,00 Euro
Im Lieferumfang von Body und Kit
- Blitz FL-LM2 (staub- und spritzwassergeschützt)


8. Februar 2012 um 12:08 Uhr
Der Monitor ist übrigens auch klappbar. Allerdings finde ich die Auflösung des Monitors nur unterdurchschnittlich. Selbst meine kleine Sony HX9V und meine EOS 550D haben eine höhere Displayauflösung. Augensensor? Finde ich irgendwie selbstverständlich (hat sogar meine EOS und die kostet nur die Hälfte). Hat Olympus eigentlich etwas über den Sensor gesagt? Ist es derselbe 4/3 Sensor aus der Pen-Serie? Oder haben die auch da etwas verbessert? Ich bin ebenfalls auf die Tests gespannt aber irgendwie finde ich den Preis arg hoch für eine Kamera mit recht kleinem Sensor!
8. Februar 2012 um 12:12 Uhr
Hallo Markus,
wenn der Sensor hält, was Olympus verspricht, ist alles gut – unabhängig von der Größe. Das muss man natürlich erst sehen. Der Sensor ist komplett neu und hat die bisher höchste Auflösung, die in Olympus-Kameras zu haben ist.
9. Februar 2012 um 15:10 Uhr
Ist sicher der richtige Schritt für Olympus – grade, weil’s jetzt endlich eine professionellere m4/3-Kamera mit Sucher für all die schönen Optiken gibt. Für den doch recht happigen Preis hätte Display und Sucher aber ruhig eine zeitgemäße Auflösung bekommen können (921.000 Punkte (übrigens nicht Pixel – denn ein Pixel besteht aus drei “Punkten”) respektive 2 Millionen Punkten).
Der weltweit schnellste AF sieht aber vielversprechend aus – grade weil der in der E-P3 schon der Hammer ist. Wenn der Sensor mit dem 16MP Sensor der Panasonic GX1 mithalten kann, wird man auch mit der Bildqualität keine Probleme haben. Wenn sie dann noch hält, was sie verspricht, hat Olympus hier einen echten Gewinner. Grade gegen die Pentax K-01 – schon gesehen?
Wenn man das Design noch mag – wo ich mich noch nicht recht entscheiden kann – wird es sicher eine der interessantesten Kameras des Jahres! :)
9. Februar 2012 um 15:15 Uhr
Hallo Hannes,
was den Look der Kamera betrifft: Dann könnte man sich vielleicht dran gewöhnen. Manchmal “wirkt” gutes Design nicht sofort, dann aber um so nachhaltiger. Ich warte jetzt mal darauf, dass ich die OM-D in echt “zu fassen” kriege und entscheide dann.
Dieses Jahr scheint mehr als nur eine interessante Kamera-Neuheit zu bieten. Die neue Pentax habe ich in den Meldungen gesehen (etwas “speckig”). Ich bin derzeit vor allem auf die X-Pro1 von Fujifilm gespannt! Nebenbei habe ich mich um ein OM-D-Testgerät von Olympus bemüht. Wenn das sehr zeitnah klappt, würde ich einen Test dazu schreiben wollen.
9. Februar 2012 um 15:21 Uhr
Die X-Pro1 ist sicher interessant – aber der Look (die Größe!) und die Objektive sagen mir nicht so recht zu. Ich persönlich bevorzuge 16, 24 und 50mm gegenüber 18, 35 und 60mm – ist aber eben immer Geschmacksache. Was den Look angeht: Bis ich die OM-D im Laden gesehen habe, bleib ich dabei, dass mir das hypermoderne Design der NEX-7 besser zusagt – auch wenn die neue roadmap bis 2013 nicht so toll aussieht.
Es ist momentan aber richtig interessant! Bei soviel Konkurrenz werden entweder die Preise fallen oder der Innovationsdruck steigt auf ein für uns Kunden gesundes Niveau. :D
9. Februar 2012 um 15:24 Uhr
Hast du eigentlich gesehen, dass ich im Moment unheimlich gern mit dem iPhone fotografiere? :-)
9. Februar 2012 um 15:29 Uhr
Ja, hab ich gelesen. :) Mit Apps wie Tadaaa lässt sich da auch richtig was rausholen – so richtig glücklich bin ich mit dem 5MP-Sensor in meinem iPhone aber nicht. Vielleicht steig ich mit dem nächsten iPhone diesen Sommer auch ins “Handyknipsen” ein. ;)
Aber vorher muss ich mal meinen Vorsatz für dieses Jahr umsetzen und ein paar Fototouren mit meiner guten alten NEX-5 und dem 24mm machen. Erfahrung geht eben doch über alles. :)
9. Februar 2012 um 15:32 Uhr
Da hast du Recht. Hier bringt üben aber auch richtig Spaß. :-)
Bist du irgendwo angemeldet, wo man sich deine Bilder anschauen kann?
9. Februar 2012 um 15:37 Uhr
Ja, bei Flickr. Bis auf einige wenige bin ich mit den Ergebnissen zwar noch nicht so richtig zufrieden, aber Spaß hat’s jedenfalls schonmal gemacht. :D
http://bit.ly/yJQAKd
Übrigens hab ich mir mal wieder ein paar Bilder deiner USA-Tour angesehen. Die sind wirklich großartig! Muss da mal Kommentare zu einzelnen Bildern schreiben. :)
9. Februar 2012 um 15:38 Uhr
Genau, musst du auch! ;-)
Deine Bilder schaue ich mir gleich mal an. Hast du eigentlich schon mein neues Fotoblog gesehen?
9. Februar 2012 um 15:40 Uhr
Hab noch gar nicht reingesehen. Muss ich gleich nachholen. :)
9. Februar 2012 um 15:41 Uhr
:-)
29. Februar 2012 um 22:36 Uhr
Moin Jörn,
muss mal schauen ob ich die Kamera bei uns ausleihen kann, dann kann ich sie dir ja mal zum testen geben.
Meld mich sobald bei uns Ware da ist.
Gruß Tilman
29. Februar 2012 um 22:40 Uhr
Hallo Tilman,
Du hast Post. :-)