In Las Vegas wird mir erstmals das „Ausmaß“ Amerikas bewusst. Alles ist hier nicht eine, sondern meist zwei oder gar drei Nummern größer. So gut wie jeder Wagen scheint mindestens einen V8-Motor unter der Haube zu haben, denn das typische Motorengrollen ist allenthalben zu hören. Selbst die Transferbusse, die einen vom Flughafen abholen und zu den Hotels bringen, haben so viel Power unter der Haube, dass man das Gefühlt hat, der Passagierteil könnte abreißen, wenn die aus Versehen mal richtig aufs Gaspedal treten.

Was die Größe betrifft: Ich fahre hier einen Toyota RAV4 SUV mit gefühlt mindestens 200 PS – nicht gerade ein Kleinwagen … Dennoch passiert es mir ständig, dass ich an der Ampel stehe und neben mir ein Pickup (oder andere „Amis“) stehen bleiben, deren Fensterunterkante beinahe höher als das Dach meines Wagens ist. Meist kann ich nicht mal über den Reifen meines Ampelnachbarn hinwegsehen. Braucht man für so was eigentlich einen LKW-Führerschein?! Und glaub‘ ja nicht, dass die Dinger nicht von der Stelle kommen!
Auch die Mentalität der Menschen in diesem Land ist eine völlig andere, aber weil die Leute hier genauso aussehen, wie bei uns in Deutschland, bemerkt man das erst später – z. B. bei Wal Mart.
Ich möchte nicht wissen, wie ich geguckt habe, als wir mit vollem Einkaufswagen Richtung Kasse geschlendert sind und plötzlich eine Kassiererin auf uns zukam und uns freundlich lächelnd fragte, ob wir mit unserem Einkauf schon fertig wären – bei ihr wäre gerade frei! Dann packt sie unsere Sachen während des Scannens auch noch handgerecht in Einkaufstüten und am Ausgang bekommt man von einem anderen Mitarbeiter noch ein freundlich-lockeres „Danke“ (für den Einkauf) zugerufen.
Solche Szenen in Deutschland? Unmöglich. In deutschen Supermärkten sitzt eh‘ meist nur eine einzelne Mitarbeiterin an der Kasse (das maximiert den Gewinn) und ich kenne auch niemanden, der nun unbedingt im Ein- / Ausgangsbereich eine Supermarktes stehen und alle Kunden begrüßen, bzw. verabschieden möchte. Gut, irgendwer könnte es vielleicht, aber dabei auch noch gut gelaunt bleiben? Wir ticken in Deutschland halt komplett anders und ich sage das ganz wertfrei.
Was mich noch überrascht hat: Man kommt allenthalben mit den Menschen ins Gespräch, wird äußerst zuvorkommend behandelt und fühlt sich wirklich willkommen. Ich weiß nicht, wie es ist, wenn man hier arbeiten muss, aber in einer Urlaubssituation gibt es keinen Grund zur Klage – im Gegenteil.
Fotos von Las Vegas? Vergiss es. Das ist ein Ding, für das man eine gewisse Logistik auffahren muss. Ich war aus „betriebstechnischen Gründen“ einfach nicht in der Lage adäquate Fotos zu machen. Nicht, weil ich es nicht könnte, sondern weil auf den Gehwegen von Las Vegas ein unglaubliches Getümmel von Menschen ist und mein Equipment deutlich über 10 Kg wiegt – plus dem Stativ, das man für Nachtaufnahmen unbedingt braucht. Ein weiteres Problem ist, dass die Häuser in Las Vegas eine „gewisse Höhe“ zu bieten haben und ich aus den vor Ort gefundenen Locations nur „Dackelblick-Bilder“ hätte schießen können. Ohne mich … Einmal hatte ich 2 schräge Hochhäuser, die ich total gern fotografiert hätte. Dafür habe ich sogar im Hotel auf der gegenüberliegenden Straßenseite gefragt, ob ich dort aufs Dach darf, um die Bilder zu machen. Leider nein …
Wer in Las Vegas also wirklich gute Staßen- und Häuserszenen einfangen will kommt nicht um eine längere Erkundung geeigneter Fotografierplätze herum! Brücken eignen sich meist nicht, da sie über den Straßen mit Drahtzäunen gesichert sich. Drüberwegfotografieren ist nicht!
Perfekt wäre es Häuser auf gegenüberliegenden Straßenseiten zu finden, von deren Dächern man fotografieren darf.
Vor Reisebeginn hatte ich mich doch ziemlich dagegen gesträubt, Las Vegas in die Route zu übernehmen, weil mir der Ort irgendwie zu kitschig schien. Nun sehe ich das anders. Las Vegas ist nicht kitschig – Las Vegas ist super kitschig, aber es ist unglaublich faszinierend!


22. Februar 2010 um 09:15 Uhr
Danke für das Slotmachine-Foto! Gilt zumindest als schlüssiger Beweis der Anwesenheit ;-)
Viel Spass weiterhin
Erich
24. Februar 2010 um 21:01 Uhr
Die Supermarkt-Geschichte klingt echt super! Sowas gibts bei uns wirklich nicht … Am ehesten würden noch die Türsteher in den Apple Stores vergleichbar sein, wenn die nicht (zumindest in München) auch noch unfreundlich wären …
Nur weiß ich auch nicht, ob dieses Prinzip mit den superfreundlichen Verkäufern bei uns auch angenommen werden würde. Wir sind eben nicht so freundlich, da kann man nicht drüberwegspielen … (nicht böse gemeint)
Auf jeden Fall noch schöne Erlebnisse und lass mal wieder was von dir hören!
Hannes
26. Februar 2010 um 10:49 Uhr
Die Verkäufergeschichte hat (wie so vieles in USA) zwei Seiten: zum Einen sind die Menschen dort wirklich grundsätzlich freundlicher, hilfsbereiter, neugieriger und offener gegenüber Fremden als in Deutschland. Das hängt zum Einen mit der Erziehung und zum anderen mit der Kultur (bzw. den Kulturen) zusammen. Auf der anderen Seite ist es so, daß ein Verkäufer über den sich ein Kunde beklagt nicht selten von heute auf morgen ein Verkäufer ohne Job ist. Kündigungsschutz – gibt es nicht. Die Motivation bei der Arbeit ist also auch eine ganz andere.
Mir persönlich macht es grundsätzlich immer Spaß in den USA einzukaufen, auch und gerade im WalMart, wobei der Safeway in der Regel mit deutschen Produkten (einige will man nach einiger Zeit dann doch nicht missen) besser ausgestattet ist… :-)
Viele Grüße
Stephan
2. März 2010 um 11:39 Uhr
Also Jörn … keine Photos? Ich habe doch wenigstens auf ein Photo von der Achterbahn rund um das “New York” gehofft.
7. Dezember 2010 um 20:50 Uhr
ich hab da gewohnt ;-) die 8er-bahn lief ziemlich nah an usnerem fenster vorbei
8. Dezember 2010 um 11:51 Uhr
Und? Konnte man da schlafen?
9. Dezember 2010 um 17:56 Uhr
Super….die scheiben sind so dick, dass man da von der 8er-bahn und dem strip nix mit bekommt.