Gedanklich schrieb ich diesen Beitrag bereits, während ich den neuen Kleiderschrank noch aufbaute. Ich hatte ein paar Überschriften im Sinn, die zu Beginn in etwa so klangen: „Das Paxt du“, oder (schon deutlich weiter am Schluss): „Jetzt habe ich die Paxen aber dicke“ – nur sucht das natürlich kein Mensch bei Google und so blieb es vorsichtshalber beim sachlichen “Ikea Pax”.
Als Ikeas Vorzeigeschrank für die Schlafzimmer dieser Welt bei uns angeliefert wurde, hatten wir „einiges“ über 30° und obwohl die freundlichen Hermes-Männer den größten Teil der Arbeit erledigten, wollte ich wenigstens etwas mitgeholfen haben – und habe dabei so einige Schweißperlen verloren …
Da standen sie also nun – viele schwergewichtige Kartons mit einer Länge, die man gerade eben durch unseren engen Flur bugsieren konnte. Bereits an dieser Stelle ahnte ich, dass da einiges an Arbeit auf mich zukommen würde – und so war es dann auch …
Die immense Höhe von 2,36 Metern pro Schrank ließ einen Aufbau im Liegen nicht zu. Aufrichten wäre angesichts unserer Deckenhöhe nicht mehr möglich gewesen.

Und ganz gleich, wie man es anstellt – ohne Hilfe (mindestens eine Person) geht es nicht. Ich habe die Schränke zwar allein aufgebaut, aber die Rückwände ließen sich dann nur mit Hilfe festnageln.
Spätestens wenn es gilt, den oberen Abschluss (den „Deckel“) des Schrankes zu verschrauben, braucht man kräftige Arme. Einerseits muss man das schwere Brett (ein Meter breit) halten und es andererseits mit dem anderen Arm / der anderen Hand mit einem Seitenteil verschrauben. Durch die Höhe ging das bei mir nur mit einem Tritt (mit zwei Stufen) und exessivem über-Kopf-arbeiten (bei seitlich nach oben ausgestrecktem Arm) …

… und ich bin dabei tatsächlich an meine körperlichen Grenzen gekommen. Also besser gleich jemanden fragen!
Beim Anblick der vielen Teile und der umfangreichen Anleitung stellt sich im ersten Moment ein gewisses Unbehagen ein. Hat man aber erstmal alles aus den Tüten gezogen und schön monkig nebeneinander aufgebaut …

… ergibt sich der Rest fast von allein. Zudem gilt auch hier: Kennst’e einen, kennst’e alle! Die Schränke aufzubauen, war so gesehen zwar schwere Arbeit, aber kein wirkliches logistisches Problem.
Sind die Schränke dann aufgebaut, fehlen die …? Na …? Genau, die Türen. Wir haben uns für Birkeland-Türen entschieden und deren Aufbau war deutlich aufwändiger, als der der Schränke. Hier mussten 6 breite Metallstreben mit 3 “Front-Brettern” verbunden werden. Für die erste Tür haben wir – zu zweit – beinahe eine Stunde gebraucht. Auspacken, Teile sortieren, Anleitung lesen (und kapieren) und dann loslegen. Hat man “das System” erstmal verstanden, geht’s auch hier ganz einfach. Dennoch dauert der Zusammenbau seine Zeit, weil halt viele Schrauben “festzuzurren” waren.
Die nächste Hürde wartet dann auf einen, wenn die Türen (wir haben Schiebetüren) eingehängt werden sollen. Hier ist darauf zu achten, dass es drei Schienen gibt und man tunlichst die richtige treffen sollte. Zudem muss man erst die richtige untere Führung treffen und dann die richtige obere. Während der Arbeit kann man keine davon einsehen und muss nach Gefühl arbeiten.
Materialqualität
Wer sich massives Holz wünscht, ist hier falsch abgebogen. PAX ist aus gepresstem Holz. Ich mag dieses „Material” gar nicht, aber es ist wohl günstiger – auch wenn ich das nie verstehen werde, denn gepresstes Holz erfordert ja einen gewissen Herstellungsaufwand, der bei echtem Holz entfällt.
Die weiße Beschichtung ist auch hier sehr empfindlich und wenn mal eine Schraube nicht richtig sitzt und beim Verschraube abknickt, kostet das auch immer etwas von der weißen Beschichtung. Hochwertig ist anders …
An einer Stelle ist eine Schraubenfassung mit einem Hammer einzuschlagen …

… und leider macht sich hier eine gewisse Materialschwäche bemerkbar …

Schwierigkeitsgrad
Eine gute Portion Ikea-Erfahrung sollte man für PAX schon mitbringen – und Zeit. So einen PAX-Schrank mit allem drum und dran aufzubauen ist eine Aufgabe, die man nicht unterschätzen sollte. Wichtig ist auch, immer mindestens einen Helfer am Start zu haben.
Nebenbei: Ikea liefert so eine witzige Nagelhilfe (jetzt nichts falsches denken!) für die Rückwand mit – soll heißen ein kleines Plastikteil, das man an die seitliche Kante des Schrankes setzt und das über eine Führung das optimale Setzen eines Nagels für die Rückwand erlauben sollte. Bei mir wären damit alle Nägel an der haltenden Seitenwand vorbeigegangen …
Aufwand vs Geld sparen
PAX ist das erste Ikea-Möbelstück, das beim Aufbau derartig viel Arbeit machte, dass ich stark am Zweifeln war, ob das Verhältnis Kaufpreis vs Arbeitseinsatz noch “gesund” ist. Wer irgendwo ein gutes Angebot für einen vergleichbar großen und flexiblen Schlafzimmerschrank findet, der 300 bis 400 Euro teurer ist – der sollte sich das gut überlegen. Anliefern und aufbauen lassen ist auch ein netter Service … Wir haben für den Aufbau zu zweit 2 Tage benötigt. Unser System besteht aus:
- zwei 100 cm Breiten und 2,36 Meter hohen Schränke
- zwei 75 cm Breiten und 2,36 Meter hohen Schränke
- vier Birkeland Schiebetüren
- alles in weißer Farbe
Gekostet hat der Spaß beinahe 1.400 Euro
Das gefällt mir nicht
Alle Regalböden in Pax werden mit verschraubten Ecken gehalten. Mal eben die bekannten silbenen “Nuppsis” rausziehen und ein Brett tiefer oder höher setzen, geht hier nicht. Wer die Aufteilung seines Pax-Schrankes ändern möchte, muss erst die Regalhalter abschrauben und neu einschrauben.
Die Materialqualität ist nicht optimal, da die weiße Beschichtung leicht abplatzt. Massives Holz sucht man hier vergeblich.
Das gefällt mir
Pax bietet immens viel Platz und ein schönes Design. Ikea hat für dieses System sehr viel Zubehör im Angebot, so dass man seinen Schlafzimmerschrank in hohem Maße an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann.
Hat man erstmal alles zusammengebaut und eingeräumt (möchte man nie wieder ausziehen), kann man das Thema Schlafzimmerschrank wohl dauerhaft von seiner Liste streichen. Und wenn das Design irgendwann mal nicht mehr gefällt, holt man sich einfach einen Satz neuer Türen und erhält damit einen fast komplett neuen Look.


29. Juli 2010 um 09:33 Uhr
Das mit den neuen Türen klappt aber sicherlich in 5-6 Jahren schon nicht mehr, weil Pax dann nicht mehr im Programm ist. Nicht alles bei Ikea ist so (hartnäckig) dauerhaft wie Billy
Andreas
5. August 2010 um 08:21 Uhr
Also ich glaube ja nicht, dass der Schrank fertig geworden ist
Es gibt ja nicht mal ein Foto vom fertigen Schrank, immer nur Einzelteile *smile*
Ich kann Andreas auch nur zustimmen bezüglich der Türen. Ich habe einen Schrank – zwar keinen Kleiderschrank – zu Hause, da ist die ganze Serie bei Ikea raus *grummel*
Herzliche Grüße,
Sandra
5. August 2010 um 08:30 Uhr
Hey,
doch, der ist fertig. Ich kriege den nur nicht wirklich gut fotografiert, da ich dazu ein Weitwinkel bräuchte – oder ein Panorama-Bild machen müsste und der Aufwand ist mir zu groß.
Dass Ikea tatsächlich Möbelserien aus dem Programm nimmt, höre ich zum ersten mal! Wusste ich echt noch nicht!
Jörn
7. November 2010 um 08:59 Uhr
Hallo,
super Anleitung
Werde heute auch meinen Pax-Schrank in Angriff nehmen….
Ja, IKEA nimmt Möbelserien aus dem Programm. Aber Pax hält sich schon ewig und wird sich ewig halten. Sehe ich ähnlich wie Billy.
LG
24. Juli 2011 um 09:22 Uhr
Ja IKEA nimmt Serien aus dem Programm. In letzter Zeit immer öfter, kommt mir vor.
Hab mir vor einem Jahr neue Wohnzimmermöbel gekauft und wollte mir vor kurzem dazu noch 2 Türen nachkaufen (Serie BONDE leider nicht mehr im Prorgamm).