Umzüge bedeuten vor allem eines: ein furchtbares Geschleppe. Aber wie so oft gibt es auch hier – mindestens – zwei Seiten. Meist entsorgt man bei der Gelegenheit Dinge, die eh‘ schon lange auf den Müll gehören. Wir hatten allerdings nichts für den Müll. Dafür haben wir einiges verkauft. Neu gekauft haben wir Faktum von Ikea und nun ist zwar alles aufgebaut, aber bis es so weit war, galt es einige Hindernisse zu überwinden …
Das erste Hindernis waren die Wände selbst, für die Ikea ja nichts kann. Unser neues zu Hause wurde in der Nachkriegszeit aus Trümmerschutt erbaut. Beim Bohren trifft man mal auf harte und mal auf weiche Stellen. Unmöglich vorauszusagen, wo einem was begegnen wird … Dass das letztlich trotzdem so gut geklappt hat, liegt an verdammt kompetenter Hilfe von außen.
Hier zwei Vorher-Fotos …


Bevor jedoch die Schränke an die Wände gehängt werden konnten, mussten sie erstmal aufgebaut werden …
Der Vorteil bei Ikea ist eindeutig die große Flexibilität. Man kann unzählige Türgriffe mit ebenso vielen Fronten kombinieren. Wir haben uns für Nexum Birke entschieden – mit Värde-Griffen.

Damit man nichts vergisst und wirklich alle Teile einkauft, gibt in jeder Abteilung hilfsbereite Ikea-MitarbeiterInnen.
Die Aufbauanleitung stellt einen vor keine großen Rätsel (nur an einer Stelle ist sie unklar) und sonderlich viel ist auch nicht zu tun. Letztlich gilt: „Kennst du einen, kennst du alle“. Was mich nur ein bisschen erschüttert hat, ist die Materialqualität von Faktum. Da, wo wirklich mal Schrauben reingedreht werden müssen, bröckelt einem die weiße Beschichtung ab. Das finde ich recht uncool … Zwar ist das von außen nicht zu sehen, aber es „fühlt“ sich nicht so klasse an, wenn man so „mürbes“ Material vor sich hat und daraus einen Küchenschrank zusammenschrauben soll. Dann ist jeder Einlegeboden mit einem gut sichtbaren „Made in Slovakia“-Schriftzug versehen. Muss das sein? Immer, wenn man einen der Küchenschränke öffnet, leuchten einem diese Schriftzüge entgegen. Mich stört das …
Hier zwei Nachher-Fotos …


Was mir gut gefallen hat ist die Art, wie die Türscharniere mit den Halterungen der Schränke verbunden werden – mit einer langsamen, abgerundeten Bewegung und ein wenig Druck aus dem Handgelenk rasten die Teile ineinander ein und sind dann fest. Sehr schöne Idee!
Was der eine oder andere vielleicht noch nicht weiß: Ikea bietet zur Montage von (allen) Türgriffen auf allen Fronten eine universelle Schablone (99 Cent), die einen ganz wunderbar dabei unterstützt, Bohrungen an den immer gleichen Stellen zu setzen. „Dat Dingens is‘ ein Muss“!

An einem Tag haben wir – mit dem Laminat – knapp 700 Kg Ware eingekauft. Wer dafür einen Mietlaster bestellt, hat womöglich nicht zu Ende gedacht. Ein entsprechend großer und tragfähiger Laster (Stichwort Zuladung) kostet rund 90 Euro pro Tag – zuzüglich des Aufwands
- zur Autovermietung zu fahren
- Benzin / Diesel für den Laster zu tanken
- zu Ikea zu fahren
- die Ware einzuladen
- nach Hause zu fahren
- die Ware auszuladen und
- den Mietlaster zur Autovermietung zurückzubringen.
Einfacher geht es, wenn man das den an Ikea angeschlossenen Transportservice machen lässt. Das kostet 89 Euro und die bringen die Ware direkt in die Wohnung. 1 Euro gespart, kein Gebuckel (fast 700 Kg!) und die Verantwortung liegt während des Transports beim Lieferanten. Anschließend liegt alles fein säuberlich gestapelt in den Zimmern, in die man die Leute dirigiert hat und gut ist. Richtig nett sind die auch noch!
Ich finde Faktum konzeptionell sehr gelungen – nur die Materialqualität überzeugt mich nicht so recht. Mal sehen, wie das mit der Haltbarkeit ist. Dazu ggf. zu einem späteren Zeitpunkt mehr.


16. November 2009 um 23:05 Uhr
Hallo Jörn,
meine Frau und ich sind uns einig, dass die Küche in dieser Farbe und mit diesen Griffen sehr gut aussieht!
Wir haben selbst vor einigen Tagen die Truhe “Malm” aufgebaut. Sehr clevere Konstruktion, leicht aufzubauen, wirkt recht solide und haltbar. Mein Eindruck beim Zusammenbau der Einzelteile: ausreichend stabil, aber nicht mehr, ohne “Reserve” möchte ich das nennen. Anscheinend wird sehr knapp kalkuliert.
Gruß
Jürgen
17. November 2009 um 22:49 Uhr
Wünsche Euch viel Glück und auch Ruhe im neuen Zuhause!
Das Resultat der Schwerarbeit (ich weiss schon vovon die Rede ist) wirkt sehr Gut…
Wer hat Dir, Jörn, die Bohrmaschine geliehen ? ;-) ;-) ;-)
Kleiner Trick für’s nächste Mal : da wo es für Dich wichtig ist, dass die weiße Beschichtung schön Glatt bleibt, klebe vor dem Bohren, wo das Loch sein soll ein Stückchen Klebestreifen (Scotch-tape) drauf – den kann man danach mit weniger bröckeln abziehen.
mfg
18. November 2009 um 08:26 Uhr
Moin Angeli,
das mit der Bohrmaschine – das wird noch ein eigener moodWay-Artikel. :-D
Danke für den Tipp mit dem Klebestreifen. Eigentlich traurig, dass man bei Ikea-Möbeln schon zu solchen Workarounds greifen muss …
19. November 2009 um 12:51 Uhr
Die Sache mit dem Lieferservice ist eine clevere Idee. Ab einem gewissen Bestellvolumen ist das zumindest hierzulande sogar kostenlos.
Man muss halt planen und auf einmal alle Teile wissen, die man braucht. Wenn man “peu a peu” einrichtet, dann saust man jeden Tag zum Elch und sucht wieder ein paar Teilchen zusammen.
Was mir in dem Zusammenhang ziemlichen Ärger gemacht hat, war das ständige Fehlen irgendwelcher Teile, die man für so ein Systemmöbel eigentlich gebraucht hätte. Mal ein paar Füsse, mal ein paar Griffe, usw.
Wenn ich dort zu Hause wäre, wo mein Mac ist, dann bin ich mit einem MacBook immer zu Hause ;-)
19. November 2009 um 20:27 Uhr
Hey Siegried! Du hier?! :-)
Willkommen auf moodWay!
Du brauchst nicht zu planen und ich glaube, dass das in allen Ikea-Filialen gleich ist. Man geht zu einem Kundenberater und sagt, dass man (z. B.) 6 Faktum Küchenschränke haben möchte (ein 60er, zwei 80er … Türen mit Front XY und Griffe von Värde). Die stellen dir dann alles zusammen und du holst das bei der Warenausgabe ab. Super einfach.
MacBook und zu Hause? Da war aber jemand auf Apfelwahn! :-D