Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass ich in Büchern oder Filmen über Sätze gestolpert bin, die mich angerührt haben. Was da gesagt wurde, wäre für die meisten Menschen wahrscheinlich ohne Belang, aber bei mir hat es eine Saite zum Klingen gebracht, die auf die eine oder andere Weise melancholisch war.
Ich empfinde diese Melancholie als angenehm, weil sie nichts mit tiefer Traurigkeit zu tun hat, sondern mit einem ernsten Lebensgefühl, das mich die Dinge nachdenklich anschauen lässt. Ich wollte dir mal vier dieser Sätze vorstellen und erklären, warum mir das Gesagte so gefällt.
„Wir alle waren einmal etwas anderes“
Aus “Riddick, Chroniken eines Kriegers“, gesagt vom Purifier
- Ich finde, dass das unglaublich emotional ist … Es klingt nach Wehmut nach den Dingen, die einmal gewesen sind. Zudem schwingt eine intensive Traurigkeit über die Gegenwart mit. Gleichzeitig scheint eine gewisse Verheißung in diesen Worten zu liegen – eine Verheißung die da sagt: “Komm mit mir”!
„Es kann ja nicht immer regnen“
Aus “The Crow“, gesagt von Eric Draven
- Wieder sehr emotional – aber ganz anders … Hier geht es nicht darum, zurückzublicken, oder einer Idee, oder einem Konzept zu folgen, sondern um die Hoffnung auf bessere Tage. “Es kann ja nicht immer regnen” ist eines meiner Lieblings-Kopfzitate nur für mich allein, wenn die Dinge mal nicht so gut laufen.
„Für mich gibt es nur das gehen auf Wegen die Herz haben. Dort gehe ich und sehe – und sehe atemlos“
Aus Carlos Castanedas Reise nach Ixtlan – gesagt von Juan Matus
- Ich kann kaum vermitteln, wie viel für mich in diesem Satz steckt … Er hat rein gar nichts mit Melancholie zu tun – und nichts mit Vergangenheit oder Zukunft. Im Gegenteil: Juan Matus ist in Carlos Castanedas Büchern immer in der Gegenwart präsent und das auf eine Art und Weise, die einfach nur beeindruckend und überlegen ist. Dass gerade er nun einen solchen zurückhaltend, ja beinahe neutralen und doch so emotionalen Satz sagt, beeindruckt mich sehr. Verstehen kann man das in diesem Fall nur, wenn man mindestens 2 oder 3 Castaneda-Bücher gelesen hat.
„… und all diese Momente werden verloren sein – in der Zeit”
Aus Blade Runner, gesagt von Roy Batty
- Hier muss man eigentlich das Gespräch kennen, das Roy und “Blade Runner” Deckard gerade geführt haben. Roy erzählte davon, was er im Universum bereits gesehen hat und das diese Momente mit seinem Tot verloren sein werden. Wunderbar emotional.
