Film: Batman – The Dark Knight

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Wie toxisch ist das Böse? Oder anders gefragt: Kann das Böse so viel Unheil anrichten, dass es das Gute ansteckt? Stimmt, das ist eine rhetorische Frage. Ich gehe davon aus, dass so gut wie jeder, der diese Zeilen liest, schon mal tiefen Hass empfunden hat. Und womöglich hätte er oder sie diesem Hass in einer anderen Welt auch Ausdruck verliehen …

Der Joker in The Dark Knight ist längst über meine rhetorische Frage hinaus und seine Antwort ist nicht zu übersehen – mehr noch: Hass ist längst nicht mehr seine Triebfeder. Hass, oder – „das Böse“ sind für ihn so ähnlich, wie die Frage nach dem Berg, der einfach nur bestiegen wird, weil er da ist. Genau so verbreitet der Joker Chaos und Tod. Er verfolgt keinen Plan, Ziele sind ihm gleichgültig – er tut einfach, wozu er sich berufen fühlt.

Unsere Helden Batman und Leutnant Gordon sehen sich mit der Einsicht konfrontiert, dass sie – um gegen so eine „Kraft“ zu bestehen – den Pfad der Tugend verlassen müssen.

The Dark Knight ist Chaos pur – gewolltes Chaos. Wer – wie ich – bereits von außen zusehen musste, dass sich vermeintlich gute “Mächte” als bösartig entpuppten, bei dem hinterlässt diese Batman-Verfilmung maximales Unbehagen.

Ja, es ist ein Film, aber neuerdings fällt mir immer häufiger auf, dass in (vorwiegend) amerikanischen Produktionen „die Guten“ Gesetze übertreten, um dem Recht zur Geltung zu verhelfen. Auch so mancher „Tatort“ bediente sich bereits dieses Musters. Für mich ist es so ähnlich, wie den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben – das Gute ist nicht mehr eindeutig zu identifizieren.

The Dark Knight endet mit Batmans Flucht – weil er sich der Umstände wegen zu bösen Taten bekennen muss. Die Welt – zumindest Batmans Welt – ist nicht mehr dieselbe.

Jörn Daberkow

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Autor: joern

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetischen Codes und keine freie Entscheidung.

6 Kommentare

  1. Und genau ist das, was einen echten und keinen nur flüchtig wahrgenommenen Gänsehautfaktor hinterlässt. Der Film ist so düster und hat mit dem Joker der Comics und der Verfilmung mit Jack Nicholson nichts mehr zu tun. Dieser Film ist abgrundtief düster und der nächste Teil verspricht dieses Feeling zu toppen.

    • Morgen Conny,

      ja, dieser Jack Nicholson-Joker lag mir wegen der albernen Darstellung schwer im Magen. Ich hab mir “The Dark Knight” nur wegen deiner Begeisterung angesehen – und das hat sich gelohnt. Danke für den Tipp!

  2. Da muss ein Fehler im Bild sein – da steht “Knight”, aber dirzufolge heißt das “Night” :D
    Schöner Artikel, Jörn. The Dark Knight war mein Batman-Highlight, auch wenn ich Tim Burton immer toll finde. Gerade die ernste Joker-Darstellung war für mich ein großer Pluspunkt. Ich bin gespannt auf “The Dark Knight Rises”.

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