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Der Tag der Wahrheit: WikiLeaks

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Nun weiß also die ganze Welt, was US-Diplomaten über unsere Regierung (und die anderer Länder) denken. Der Image-Schaden scheint unermesslich, bekommen doch viele Spitzenpolitiker kein sonderlich gutes Zeugnis ausgestellt. Aber ist der Schaden wirklich so groß?

Ich weiß ja nicht, wie man sich als Spitzenpolitiker fühlt, aber ich vergleiche es jetzt einfach mal mit anderen „Landschaften“, in denen Menschen miteinander umgehen. Dort war es nach meiner Erfahrung immer wesentlich schädlicher, wenn Abneigungen (egal, ob unbegründet, oder begründet) nicht ausgesprochen wurden. Mal Dampf abzulassen und jemandem zu sagen, was man von ihm hält, hat oft viel mehr Gutes bewirkt, als ein – wie heißt das heute? – „professioneller Umgang“, in dem sich zwei Seiten nicht aussprechen, obwohl ihre Zusammenarbeit damit womöglich eine viel solidere Basis bekommen würde.

So gesehen ist die Veröffentlichung der „Geheimdepeschen“ in meinen Augen der erste echte (unfreiwillige) Schritt aufeinander zu. Nun müssten sich nur noch die gescholtenen Regierungsoberhäupter ehrlich äußern und alle wüssten erstmals was man voneinander hält. Das wäre dann mal ein echter Neubeginn – und nicht das, was man heute zu Recht negativ besetzt als „Politik machen“ bezeichnet. So gesehen hätte doch nichts besseres passieren können.

Amen

Jörn

Autor: Joern

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetischen Codes und keine freie Entscheidung.

8 Kommentare

  1. also ich denke, unsere “volksvertreter” werden fürstlich entlohnt, besoldet und verentet, da muss man auch mal was aushalten können. außerdem hat man in der deutschen politik doch eh die bodenhaftung schon seit langem verloren, vielleicht kommt unsere bundes-angie mal wieder runter, wenn sie mitkriegt, dass sie von us-diplomaten als teflon-merkel wahrgenommen wird. und irgendwo isses doch fair, kriegt doch jeder sein wett weg, und nicht nur unsere bundespolitker ;-)

  2. Wenn man sich mal umhört, geht Volkes Meinung hier und da in die gleiche Richtung. Nur ist es halt schmerzhafter, wenn’s die Amis loslassen – und wenn man’s dann auch nur hintenrum hört. Aber da müssen sie durch, ist ja schliesslich kein Kindergarten – oder doch?

    • Schmerzhafter vielleicht nicht – nur die Tatsache, dass es öffentlich geworden ist, könnte schon demütigend sein … Ansonsten ist es schon das, was man halt ab und an so hört, wenn man mit Freunden über Politik redet. Wenn ich da so vergleiche, waren die Amis noch richtig nett.

  3. Hey, so viel trouble um ein bisschen Wahrheit ;-) Wenn da man so viel Trouble um ein bisschen Frieden gemacht würde ;-) .

    Puh – Wir Hamburger haben es gut – wir dürfen im Februar neu wählen!!!!! Juchuuuuu!!!!!

    • Ganz nebenbei: Der amerikanische Botschafter zeigt, wie man authentisch bleibt. Er lässt verlauten, dass er sich nicht entschuldigen wird. Der “eine oder andere” deutsche Politiker hätte hier wieder behauptet, dass er falsch zitiert worden wäre. So was finde ich immer besonders schlimm.

  4. Ich finde diese sogenannten Enthüllungen was deutsche oder auch europäische Politiker angeht einen Witz ! Da ist nichts bei was wir nicht auch schon gewußt, geahnt oder gefühlt hätten.

    Was die arabischen Poiltiker und Geheimdienste angeht wird es zu Engpässen kommen – allein schon wegen der Geschichten mit dem Mossad. Aber auch das wundert doch irgendwie keinen mehr, oder ?

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