Zugegeben: In Zeiten, als Nokia noch als unangefochtener Marktführer agierte, waren Updates für ein Handy eher die Ausnahme. Das hat sich in meiner Wahrnehmung erst mit dem iPhone verändert. Inzwischen ist aus der agierenden Firma Nokia ein reagierendes Unternehmen geworden, das sich mühsam den Herausforderungen von Android und iOS zu stellen versucht. Während ich Nokia aber kaum noch Chancen einräume, hätte ich vor kurzem noch jede Wette auf Google gehalten. Das ist nun vorbei.
Es ist nun schon mehrfach vorgekommen, dass Firmen neue Android-Geräte mit alten Betriebssystem-Versionen auf den Markt gebracht haben, oder – und das ist noch schlimmer – keine Updates liefern. Die Gründe dafür interessieren mich nicht. Für mich zählt nur, dass man mit einem Android-Gerät nicht automatisch von neuen Systemfeatures profitiert. Das Schlimme ist, dass in dem Fall die ganze Plattform einen Image-Schaden erleidet, obwohl Google eigentlich keine Schuld trifft. So gesehen sollten die Lizenznehmer da besonders vorsichtig sein, denn ist das Vertrauen erstmal dahin, lässt sich das nur schwer beheben.
Da geht Apple wirklich deutlich geschickter vor. Schade eigentlich, denn ich finde gleichwertige Alternativen schon wichtig. In Sachen Gleichwertigkeit haben wir die wahrscheinlich auch, nur leider nicht in Sachen Update-Sicherheit.
So gesehen hat sich Android für mich als Alternative erstmal erledigt.
Jörn

25. November 2010 um 10:24 Uhr
die einheit von hardware und OS hat eben doch was magisches ;-)
25. November 2010 um 10:43 Uhr
Das muss ich jetzt wohl aushalten. ;-)
25. November 2010 um 15:49 Uhr
Wenn man sich die Verkaufszahlen der Android Geräte ansieht, interessiert das keinen Menschen.
25. November 2010 um 15:50 Uhr
Das stimmt im Augenblick noch. Die Frage ist, ob das so bleibt, wenn sich erstmal genug Leute ein Android-Phone gekauft haben, das nicht mehr gepflegt wird.
25. November 2010 um 16:13 Uhr
genau das war auch der grund, warum ich mein desire gegen ein iphone 4 hergegeben hab!
punkt 1: die ungewissheit, bekomme ich ein update?
punkt 2: ich bekomme ein update, aber wann?
beim desire hat es dann 4 monate gedauert. das google- handy (nexus 1) selbst, hatte das update schon längst!
ich finde es schrecklich, was die hersteller und betreiber aus der android geschichte machen. 400 verschiedene geräte mit 6 verschiedenen os-versionen, wie soll man sich als vielleicht nicht ganz so versierter anwender überhaupt noch zurechtfinden?
25. November 2010 um 16:15 Uhr
Gerade deine letzte Frage sollte man sich als Anwender gar nicht erst stellen müssen.
Bevor mir ein Android-Gerät ins Haus kommt, muss die Plattform erstmal aufgeräumt werden. Damit meine ich nicht die Gerätevielfalt, sondern die Teilhabe an allen Updates.
25. November 2010 um 16:44 Uhr
Musst aber eines beachten. Iphones bekommen zwar immer ein Update von Apple, jedoch nicht für alle Gerätetypen mit allen Möglichkeiten (siehe Restriktionen Iphone 3G Bildschirmhintergrund etc.)
25. November 2010 um 16:45 Uhr
Irgendwas ist immer … ;-)
25. November 2010 um 17:04 Uhr
Alles ganz richtig, aber welcher Nokia-User, der sich $mein-erstes-smartphone kauft, fragt nach Updates? Das gab’s doch bisher auch nicht…
25. November 2010 um 17:06 Uhr
Ich weiß es auch nicht, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass es viele Smartphone-User mitbekommen, dass andere Firmen ab und an neue Features nachreichen. Sieh dir doch mal die “Welle” mit iOS 4.2 an … Ich bin ziemlich sicher, dass das auch viele Nokia-User auf dem Schirm hatten. Und ich könnte mir vorstellen, dass die das auch haben wollen.
25. November 2010 um 20:11 Uhr
Nö, wollen sie nicht. Und sie glauben auch nicht dran. Die kaufen sich einfach alle 2 Jahre ein neues Smartphone mit völlig anderem OS (siehe Symbian^3 oder MeeGoo) und gut is. Wer Updates will kauft sich kein Nokia.
Die Problematik, die du da ansprichst, betrifft alle lizensierten Systeme – auch Windows Phone 7 wird’s nicht deutlich besser machen können, obwohl es dort aktuell noch deutlich einfacher ist, ein Update laufen zu bekommen. Nokia trifft’s im weitesten Sinne ja auch – die haben bestimmt 20 verschiedene Smartphones, alle mit unterschiedlichen Hardwarefeatures, da wäre es schlicht zu aufwendig, Updates zu programmieren.
25. November 2010 um 20:10 Uhr
Ich würde mir folgende Fragen stellen:
- geht das Gerät kaputt, wenn ich kein Update aufspiele? Ich denke, das können wir mit “Nein” beantworten.
- geht das Gerät kaputt, wenn ich ein Update aufspiele? Da wird die Anwort schon schwieriger.
Ich kann mich an ein Ubuntu-Update erinnern, dass mir vor Jahren einen PC zerlegte. Ich kann mich an 10.4.10 (oder .11) erinnern, das das WLAN meines MPB zerschoss und mein MIDI-Keyboard von M-Audio am G5 unbrauchbar machte. Ich kann mich an das letzte Update von Win7 erinnern, das mich unlängst dazu nötigte, Photoshop neu zu installieren. Ein Update von Ableton Live beendete die Kompatiblität älterer Projektfiles. Und so weiter.
All dieser Mist führte dazu, dass ich alle Auto-Updates meiner Rechner abschaltete. D.h., so lange die Mühle läuft und ein Update nicht zwingend erforderlich ist, verzichte ich dankend. Und hier geht’s um Maschinen, die im produktiven Einsatz sind. Ob Updates auf einem Smartphone wirklich so lebenswichtig sind? Ich kann es mir kaum vorstellen.
25. November 2010 um 20:22 Uhr
Das sagst du jetzt. Ich erinner mich aber, dass du dich auch geärgert hast, als du dein Nokia abgegeben hast und DANACH – oh Wunder – doch noch ein Update kam. Nokia bot seit dem die hauseigene Navigation für alle Handys kostenlos an. Das ist doch ein gutes Beispiel dafür, dass Updates auch sehr nützlich sein können. Und wenn nun der eine Android-Kunde sieht, dass ein anderes Android-Gerät mit Updates versorgt wird, nur das eigene nicht – dann ist das irgendwie uncool.
25. November 2010 um 20:40 Uhr
Ich glaube ihr verkennt da einige Tatsachen:
Um Updates für ein Mobiltelefon kümmern sich nur ein paar verwirrte Nerds, eben wir hier. Dem Rest ist das total schnurz welche Android Version drauf läuft und nutzt das Telefon einfach.
Und ebenso viele Kunden installieren keine bis nur sehr wenige Zusatzapps. Ich kenne einige, die kein Zusatzprogramm auf dem Desire oder iPhone installiert haben.
Und die Mehrzahl der Nutzer ist so. Den juckt das überhaupt nicht.
Deshalb sehe ich durch dieses “Update”-Politik der Hersteller keinerlei Gefahr für den Android Markt. Eher schon seitens der Entwickler, die sich um zu viele Geräte und zu viele verschiedene Systemversionen kümmern müssen. Die haben irgendwann wohl keinen Bock mehr auf das.
Gruß
Karl
25. November 2010 um 21:03 Uhr
Genau Karl, das bringt es auf den Punkt.
25. November 2010 um 22:10 Uhr
Auch aus anderen Gründen hat Android gegenüber iOS das Nachsehen:
http://nofilmschool.com/2010/11/android-ios-os-filmmakers/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+nofilmschool+%28NoFilmSchool%29
25. November 2010 um 22:46 Uhr
Stimmt – ohne iTunes würde mir der wichtigste Teil am iOS fehlen. und die Apps sind natürlich auch klasse. Seit die Gift Guide fertig ist und ich wieder etwas Zeit übrig habe spiele ich hin und wieder auch auf iPhone & iPad – und da ist die Qualität meilenweit über Android.
26. November 2010 um 00:13 Uhr
In Sachen Informationssicherheit kann ein Smartphone auch unabsichtlich zu einer Wanze werden. Wenn alle Rufnummern im Telefonbuch auf 0900-Vorwahlen gelenkt werden, kommt die Überraschung einmalig am Ende des Monats. Und von diesen Beispielen gibt es jede Menge. Daher ist es fahrlässig, diese mittlerweile leistungsfähigen und komplexen “Rechner” nicht zu aktualisieren.
Ansonsten kann ich (wie im Kommentar zu “kommentar-apples-ergebnisse-fur-das-vierte-quartal” erläutert) nur zustimmen: Wenn man einige Euros auf den Tisch legt, sollte Kontinuität bei Produkten gewährleistet sein.
26. November 2010 um 09:49 Uhr
updates sind in der heutigen zeit, vor allem bei smartphones oder wohl eher mini rechner, mehr als nur wichtig. durch das dauer online sein, sich hier einloggen dort einloggen, ist es natürlich auch für hacker entsprechend lukrativ auf so ein gerät zugriff zu erlangen.
deshalb bin ich froh darüber, dass apple so eine update politik an den tag legt und die anwender dauerhaft mit updates versorgt.
allerdings kam es dabei ja auch schon zu protest, mit dem 4er update beim 2G.
den ich in dem fall nicht nachvollziehen kann, wer hat nach drei jahren immer noch das gleiche handy? ;-)
26. November 2010 um 12:42 Uhr
@R-bert99
Deshalb lässt man auch Mehrwertdienste beim Provider grundsätzlich sperren.
Bei der Telekom ist das mit einem Anruf erledigt, bei O2 hilft kein Bitten und Betteln, da geht das einfach nicht. Jeder kann daraus wieder seine Schlüsse ziehen.
27. November 2010 um 11:11 Uhr
@karlimann
Wenn per versteckter SMS etwas ins Telefon geschickt wird, weil ein Smartphone entsprechende Lücken hat und es ermöglicht, ist der Provider außen vor. Hier mal das Beispiel FlexiSpy: http://www.internet-sicherheit.de/service/tipps-zur-sicherheit/basissicherheit-mobile-geraete/